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Hansebubeforum » Sonstiges » Krane und Spezialfahrzeuge als CAD 3D- Modelle » Threadansicht

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22.06.2025, 16:13 Uhr
thomsen



Ob der Ausleger mittels Drehdurchführung endlos drehbar ist, oder nur über einen bestimmten Schwenkradius verfügt, entzieht sich meiner Kenntnis. Ferner, ober der Kran im Bereich der Rollendrehverbindung (RDV) ein Drehwerk (Unterflur ?) hat, oder ob mittels Hydraulikzylinder oder Zahnstange wie bei einem kleineren LKW- Ladekran gedreht wird. Dargestellt ist hier ein Drehwerk auf der rechten Seite.



Die Teleskope im Detail : Zu erkennen ist die oben bereits skizzierte Seilführung. Der Kran verfügt über zwei Teleskope und ein Anlenkstück. Tele 1 kann augenscheinlich kraftbetätigt (Hydraulik oder Zahnstange o.ä.) ausgefahren werden, unter der Abdeckung auf der rechten Seite könnte sich eine entsprechende Mimik verbergen. Mittels einer schwenkbaren Lasche ist Teleskop 1 gegen unbeabsichtigtes Ausfahren am Anlenkstück verriegelt.

Tele 2 verfügt augenscheinlich über Handauszug. Der Kran stammt aus den 60er Jahren; dass das innerste Teleskop z.B. mittels Kurbel o.ä. von Hand aus seinem größeren Bruder herausbefördert werden musste, war wohl nicht unbedingt selten. Tele 2 kann / muss dann von Hand in verschiedenen Auszugspositionen verbolzt werden.

Beide Teleskope laufen unten über Rollen, an der Oberseite sind entsprechende Gleitstücke vorhanden. Bei den Vorbildkranen ist der Spalt zwischen Tele 1 und 2 nur minimal, hier habe ich abweichend den Spalt bei beiden Teleskopen gleich ausgebildet. Das pendelnd aufgehängte Gestell verfügt über kleine, drehbare Seilrollen, zwischen denen das Hubseil verläuft. Ein Arbeitsscheinwerfer ist ebenfalls vorhanden.

Die Hakenflasche kann augenscheinlich bis knirsch unter das Gestell aufgezogen werden, dass damit auch ein Endschalter verbunden ist, vermute ich jetzt einfach einmal.



Die Kabine ist nicht ganz mittig angeordnet, ferner sitzt der Bediener in dieser ebenfalls leicht aus der Mittelachse versetzt zwischen den Radhäusern.



Die Lasche für Tele 1 ist entriegelt





Eine Warnmarkierung „stopline“ für Tele 2 ist aufgebracht, das spricht für Handauszug.

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22.06.2025, 16:14 Uhr
thomsen









Auf einigen Vorbildfotos meine ich zweistufige Hydraulikzylinder erkannt zu haben, einstufig sollte aber reichen.



Blick in die Kabine : Auf der linken Seite sind griffige Hebel für die Kranbedienung zu erkennen. Sicher ist die Form der Armaturentafel mit dem Lenkrad und die fünf runden analogen Anzeigen mit einigen kleinen Kippschaltern darunter. Links sind diverse Leuchten angeordnet, vermutlich auch einige Wippschalter o.ä. - hier habe ich nach eigenem Ermessen eingerichtet und einige Anzeigen von der OW- Kabine des AMK 1000 verwendet. So ganz wird es also wohl nicht mit dem Vorbild übereinstimmen, aber vermutlich ist der Werkszustand auch von den jeweiligen Betreibern bei Bedarf angepasst worden. Ob und in welcher Form eine LMB auf dem Armaturenbrett angeordnet war, entzieht sich meiner Kenntnis.



Der weisse Kasten mit den Lüftungslamellen auf der linken Seite ist vermutlich ein Sicherungskasten o.ä., könnte aber auch eine Warmluftheizung sein. Klima war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht an Bord, die Fenster links und rechts in der Tür sind mittig als Schiebefenster geteilt, so konnte immerhin auf Durchzug gestellt werden ...

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22.06.2025, 16:16 Uhr
thomsen







Ein kleines Kuriosum ist der Einstieg in die Kabine : So weit ich das ersehen konnte, ist als einziger Zugang auf der rechten Seite eine etwa quadratische Tür vorhanden. Um diese zu erreichen, musste man erst einmal die geriffelten Bleche des Unterwagens erklimmen - wo und wie das genau geschah ( Haltegriffe? - abgesehen vom Kabinenschutzgitter - Aufstiegshilfen? Aufstieg von vorn? (Rückspiegel im Weg, über die nicht jedes Vorbildfahrzeug verfügte) Aufstieg von der Seite? ) ist mir unklar. Dann musste man sich irgendwie in die Wanne der Kabine hinabgleiten lassen - nicht ganz einfach, wenn man das Polster nicht mit Resten von schwerer Scholle an der Stiefelsohle beschmutzen möchte. Sinnvoll wäre hier ein Klappsitz wie im Kino, bei dem die Sitzfläche bei Nichtbenutzung nach oben an die Lehne klappt. Der Weg hinaus könnte dann noch einiges schwerer verlaufen - ein paar handfeste Griffe in der Kabine waren hier wohl vonnöten.

Oder liege ich hier völlig daneben, und der Einstieg verlief ganz anders ?!? Jedenfalls ist die „Wanne“ der Kabine über der Vorderachse angeordnet und schränkt - da sie ja aussermittig angeordnet ist - auf der rechten Seite die Tiefe des Radhauses etwas ein. So ist der Schwenkbereich bei Allradlenkung hier zumindest etwas kleiner als wenn die Kabine in der Fahrzeugmittelachse plaziert wäre.





Das Kabinengitter ist auf den Blechen des Unterwagen verschraubt, vorne ist es nur mit einer Hülse gesteckt und ggf. mit einem Splint gesichert. So kann es bei Bedarf für den freien Zugang zur Frontscheibe mit dem Scheibenwischer demontiert werden.

Der vordere Bereich des Gegengewichtes besteht bei einigen Varianten augenscheinlich nur aus einer Blechabdeckung, diese kann ebenfalls nach dem Lösen von Verschraubungen abgenommen werden. Ferner kann der hintere Teil der Motorabdeckung durch einfaches Lösen von Schnellspannern abgehoben werden. Darunter verbirgt sich ein Motor, der in seiner Längsachse schräg zur Fahrzeugmitte gekippt eingebaut ist. U.a. kamen Motoren vom Fabrikat Ford zum Einbau.

Noch ein unklarer Punkt ist die genaue Position der Winde : Hier ist sie hinter dem Anlenkstück in kräftige Bleche eingebolzt und könnte bei Bedarf nach dem Lösen der hydraulischen und elektrischen Verbindungen herausgehoben werden. Der aufmerksame Betrachter hat es vielleicht bemerkt : Der „Bügel“ über dem Anlenkstück im Bereich der oberen Anlenkungen der Hydraulikzylinder fehlt auf den letzten Darstellungen als der Ausleger aufgewippt worden ist.

Das Hubseil verläuft auf den ersten Darstellungen unterhalb dieses „Bügels“, bei flachem Mast kein Problem, aber bei zunehmender Steilstellung schleift es irgendwann unter dem Bügel - auch die dargestellte Seilrolle am Bügel würde wohl direkt hinter der Winde eher als eine Art „Seilkiller“ fungieren.

Vermutlich ist die Winde direkt hinten am Anlenkstück befestigt - vergleiche z.B. mit der „Moelven“- Baumaschine im Jahrbuch Baumaschinen 2016. Dann würde sie aber beim Aufwippen nach unten herausschwenken - das habe ich aber bei keinem der Vorbilder erkennen können. Eigentlich müsste die Achse der Seilwinde gleich der Achse des Anlenkstücks sein - ob das überhaupt geht und sinnvoll wäre und ggf. so schon irgendwo verwirklicht worden ist, kann ich nicht beurteilen.

Gruß Thomsen
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21.12.2025, 17:42 Uhr
thomsen



Faun AK 3H reloaded ! Nach dem Ende von abload.de ist ja auch u.a. dieses Projekt hier verschwunden. Hier das alte Posting - auch die Verlinkungen funktionieren noch.


Zwischendurch einmal etwas ganz Anderes : Da ja auch Entsorgungs- und Kommunalfahrzeuge hier im Forum ihren festen Platz haben, stelle ich an dieser Stelle die Dreirad- Kehrmaschine AK3 H aus dem Hause Faun vor :





Ein erstes Bild dieser Maschine hatte ich in einem Faun- Prospekt aus dem Jahr 1995 zur 150- jährigen Geschichte des Hauses Faun gesehen. Dieser Prospekt bildet auch eine Quelle für hier aufgeführte Informationen. In diesem Prospekt ist neben der Dreiradkehrmaschine auch der größere Typ AK4 abgebildet. Diese Großraumkehrmaschine ist dort wegen ihrer eigenwilligen Gestaltung als Insekt bezeichnet - wahrlich nicht ganz unpassend. Aber auch der Anblick der kleineren Schwester wirkte auf mich alles Andere als gewöhnlich - Grund genug, einmal genauer hinzuschauen.

http://www.specialtrucks.ch/001_olafs-nfz-seite/008_nfz-kleinkehrmaschinen/008-06_faun/ak3h/faun_ak3h.html

http://www.specialtrucks.ch/001_olafs-nfz-seite/008_nfz-kleinkehrmaschinen/008-06_faun/ak3h/prospect_ak3h_en.pdf

Die Quellenlage bei der Recherche war als durchaus zufriedenstellend zu bezeichnen, aber wie es immer so ist : Auch hier gibt bzw. gab es Abweichungen im Detail, auch bei Angaben von Gewichten und Tankinhalten etc. So gab es u.a. auch Abbildungen, bei denen vordere Kotflügel die Kehrtechnik an den Seiten fast völlig verdecken, ob es die Maschine so zu erwerben gab, oder ob die Kotflügel zum Zeitpunkt der Aufnahmen schlicht demontiert waren sei dahingestellt. Die Bügel neben dem Kehrrichtbehälter sind aber auch bei der „nackten“ Version vorhanden. Gezeigt wird hier die gestrippte Variante. Was auf den Aufnahmen nicht klar zu erkennen war, habe ich erneut nach bestem Wissen und Gewissen gebaut. Nun bin ich wahrlich kein Faun- und auch kein Kehrmaschinenexperte, wer also etwas ergänzen und / oder korrigieren bzw. kommentieren kann und will, der / die soll dies hier gerne tun.

Historie : In den 1920er Jahren wurde bei Faun eine erste Kehrmaschine entwickelt. Diese wurde von einem DKW- Benzinmotor angetrieben und verfügte über eine Kehrbreite von 75 cm, die Bezeichnung lautete folgerichtig K.M. 75

Auch dieser Saubermann bekam eine größere Schwester an die Seite gestellt : Im Jahre 1929 wurde die K.M. 200 vorgestellt. Mit 2 Meter Kehrbreite, einem Kehrichtkasten mit zwei Kubikmeter Fassungsvermögen und einem 800 l- Wassertank zur Berieselung ging sie ihrer Arbeit nach. Mit dem hoch oben auf der Maschine unter freiem Himmel sitzenden Fahrer, dem Faltverdeck und der Aufstiegsleiter am Heck sah das wuchtige Gerät ein wenig aus wie ein Boot auf Rädern.

Beide Maschinen - wie auch die hier gezeigte AK 3 H - sind oder waren sog. „Besenband- Kehrmaschinen“. Der Kehricht wurde nicht wie heutzutage über ein Unterdruckgebläse von der Straße gesaugt, sondern im Prinzip wie daheim mit Kehrblech und Handfeger mittels Besenbändern auf ein Aufkehrblech gefegt und weiter nach oben schleifend in den Kehrichtkasten befördert. Vergleichbar in etwa mit einem Eimerkettenbagger, nur dass sich statt Baggerschaufeln besagte Besenbänder endlos im Kreis bewegten.

Hier ein Link zu einer Schnittzeichnung eines frühen Kehrmaschinenmodells, (nicht vom Text irritieren lassen) wo das Funktionsprinzip der umlaufenden Besenbänder gut zu sehen ist :

http://www.bochumer-bunker.de/Strassenreinigung_003.jpg

und hier der ganze Artikel :

http://www.bochumer-bunker.de/strassenreinigung.html

Etwa Mitte der 30 er Jahre entwickelte Faun eine Dreirad- Kehrmaschine, vermutlich den Typ LV 8. Diese war bevorzugt für schmale Straßen gedacht und verfügte über ein Vierganggetriebe und über eine unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit pendelnd aufgehängte Kehrwalze. In den 50er Jahren dann wurde die AK 3 entwickelt. Später waren nach dem Stand der Technik der Kehrantrieb sowie die Entleerung des Kehrichtbehälters hydraulisch angetrieben, vermutlich heisst das Modell seitdem AK3 H.

In den 60er Jahren erhielt die Dreiradkehrmaschine SV8 H einen eckigen Aufbau, der Fahrantrieb erfolgte hydraulisch und der Kehrrichtbehälter wurde auf 500 l Fassungsvermögen vergrößert. Die gesamte Karosserie der größeren, bis dato als Type AK3 H bezeichnet, wurde jetzt komplett aus glasfaserverstärktem Polyester gefertigt. Die Kehrmaschine wurde seitdem als Type AK320 HB verkauft. Ein nunmehr 80 PS leistender Daimler- Benz- Dieselmotor trieb die Funktionen der Maschine an, der Kehrrichtbehälter bot bei diesem Modell 2 Kubikmeter Fassungsvermögen. Auch die 130 PS starke Vierrad- Kehrmaschine AK4 H wurde im Rahmen der Modellpflege in AK 470 HB umbenannt. Die große Schwester bot mit 6 bis 7 Kubikmetern Fassungsvermögen einen deutlich größeren Sammelbehälter für das Kehrgut, die Aufnahme des Kehrgutes erfolgte aber weiterhin mit Tellerbesen, Aufkehrblech und Besenband.



Die Kehrmaschine AK3 H von vorne - hier passt sogar das Nummernschild ! Auffällig : Der mittig angeordnete Kehrrichtbehälter. Ob die Maschine nun ansehnlich ist, oder doch eher ein hässliches Entlein darstellt, liegt im Auge des Betrachters - eine kuriose Kalesche war es allemal.





Spurweite vorne : 1.63 m, Kehrbreite : etwa 2.20 m, max. Breite über Aussenkanten Tellerbesen : etwa 2.30 m. Zur Staubreduzierung war ein Wassertank mit über 500 l Inhalt unter dem runden Heck installiert. Über Düsenleisten (eine Düsenleiste ?) konnte der Bereich unmittelbar vor der Kehrmaschine befeuchtet werden. Hier ebenfalls gut zu erkennen : Eine mittig aufgehängte Gummimatte, bis gegen die das Kehrgut von den Tellerbesen gefegt werden konnte und so quasi als Schwad abgelegt wurde, bevor es von den umlaufenden Besen auf das Aufkehrblech gefegt wurde - fast wie bei der Heuernte.

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21.12.2025, 17:43 Uhr
thomsen





Radstand etwa 2.70 m, Gesamthöhe etwa 2.80 m. Gesamtlänge : etwa 5.33 m. Überhang vorne : etwa 1.92 m, Überhang hinten : etwa 70 cm. Neben dem Kehrrichtbehälter zu erkennen : Ein Längsprofil des Fahrzeugrahmens, an dem auch der Tellerbesen mitsamt seiner Aufhängung befestigt war. Antrieb der Tellerbesen mit Hydraulikmotoren, diese waren mit Borsten aus Stahldrähten bestückt.



Dem Zeitgeschmack folgend, ist das Heck stark ausgerundet - man denke z.B. auch an den Atlas- Bagger Typ 1200, der ja auch als „Maikäfer“ bekannt geworden ist. Unter dem Heck arbeitete ein 70 PS starker Diesel aus dem Hause Ford. (auch Kämper- Diesel ?)



Über ein Getriebe mit vier Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang wurden nur die Räder auf der Vorderachse angetrieben, das hintere Spornrad diente ausschließlich der Lenkung. Ein max. Lenkeinschlag von 48 Grad war möglich.



Der Lenkeinschlag (hier bei weitem noch keine 48 Grad) machte die AK3 H zu einer wendigen Maschine. Natürlich steigt bei Dreiradkonstruktionen auch die Gefahr des Kippens, aber bei Kehrgeschwindigkeiten von 3 bis 14 Km/h und einer geradezu berauschenden Höchstgeschwindigkeit von 30 Km/h war wohl noch alles im grünen Bereich. Nebenbei : stark abfallende Motorhauben, wie sie ja in heutiger Zeit u.a. bei einigen Dumpern und Traktoren üblich sind, sind keinesfalls eine Erfindung der Neuzeit.

https://www.wien.gv.at/gallery2/m53/run.php?g2_itemId=22366

So sieht es unter dem Blechkleid aus, der Aufkehrmechanismus scheint hier aber etwas abzuweichen.



Sinnvollerweise sind die beiden Tellerbesen in der Fahrzeug- Längsachse etwas geneigt befestigt, damit das Kehrgut nicht nur im Kreis gefegt wird. Zur eigentlichen Aufkehrschaufel liegen mir keine Informationen vor, aber vermutlich ist dieses Blech als unterer Teil des Aufkehrbleches über eine Drehachse quasi schwimmend gelagert, so dass es bei Unebenheiten in der Straße nach oben ausweichen kann, ohne dass Stöße in die restliche Konstruktion weitergeleitet werden. Dabei wird es durch den Widerstand an den Besenbändern nach oben abgefedert. Die Besenbänder waren mit Naturborsten aus Piassava bestückt. Ggf. ist an der Kante der Aufkehrschaufel auch eine flexible Gummileiste als Verschleissteil angeordnet, dieses auch zur Lärmreduzierung, wenn die Schaufel einmal auf dem Straßenbelag aufsetzt.

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21.12.2025, 17:44 Uhr
thomsen





Neben den Fahrscheinwerfern sind auch Arbeitsscheinwerfer für die Ausleuchtung der Bereiche um die Tellerbesen vorhanden. Auffällig : Die seinerzeit nicht gerade sonderlich groß geratenen Rückspiegel und Scheibenwischer. Wo das Faun- Logo auf der Klappe des Kehrichtbehälters angeordnet ist, ist augenscheinlich eine kleine Revisionsöffnung vorhanden, um einen prüfenden Blick in den Behälter werden zu können.



Der kleinste kehrbare Rinnstein- Radius lag bei 1.50 m



Die unteren Fenster auf beiden Seiten der Fahrkabine ermöglichen eine gute Sicht auf den Rinnstein und den Tellerbesen.






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21.12.2025, 17:46 Uhr
thomsen







Über zwei eingelassene Trittstufen geht es recht hoch hinaus, ein stabiler Haltegriff ist vorhanden.



Etwas näher hingeschaut : Hier befinden sich die Tellerbesen und die Aufkehreinheit in Fahrstellung. Ich habe hier wiederum keine genauen Informationen vorliegen, gehe aber davon aus, dass die Aufkehreinheit - um etwas mehr Bodenfreiheit zu erlangen - für die Straßenfahrt etwas angehoben werden kann.

Sinnvollerweise geschieht dies durch eine Drehung über den vorderen, oben gelegenen Umlenkpunkt der Besenbänder, dort wo das Kehrgut in den Behälter fällt und die Besen wieder ihren Weg nach unten antreten. Alternativ kann aber auch die komplette Kehreinheit etwas gelupft worden sein.

Die Tellerbesen können für die Straßenfahrt angehoben werden : Diese sind über eine drehbare Aufhängung an zwei „Schuhen“ befestigt, die Aufhängung ist als ein Parallelogramm ausgebildet.



Auf beiden Seiten des Kehrichtbehälters ist je ein einfach- wirkender (Druckluft ?) zylinder angeordnet. Die Kolbenstange ist mit einer Gummimanschette geschützt. Der Zylinder wirkt über einen Umlenkhebel auf die Aufhängung des Tellerbesens und hebt diesen mitsamt des Hydraulikantriebes nach oben, wenn der Zylinder nach vorne ausfährt. Gut zu erkennen sind hier einige Kettenglieder in der Aufhängung : Somit ist auch die Aufhängung des Tellerbesens schwimmend gelagert, und der Besen kann bei Fahrbahnunebenheiten nach oben ausweichen, ohne dass Kräfte über den Hebel in den Zylinder geleitet werden.

Vergleichbar in etwa mit den Kettengliedern bei einem Hafenkran : So kann z.B. ein Zweischalen- oder Polypgreifer mit seinem ganzen Gewicht auf der Ladung aufsetzen und beim Schließvorgang mit seiner ganzen Masse in das Ladegut eindringen. Die Trennstelle in der Aufhängung, die dort mit besagten Kettengliedern ausgeführt wird, kann in sich zusammenfallen, ohne dass das Hubseil komplett ohne Zug ist. So kann die Gefahr, sich Schlappseil auf die Winde zu fahren, begrenzt werden.

Wenn der Zylinder nicht mehr mit Druck beaufschlagt wird, wird der Tellerbesen durch sein Gewicht nach unten gezogen, die Kolbenstange fährt wieder ein.



Hier der obere Teil des Blechs, an dem die Aufhängung des Tellerbesens drehbar gelagert ist. Mittels Langlöchern kann die Beseneinheit in begrenztem Maße auch in Querrichtung eingestellt werden.

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21.12.2025, 17:47 Uhr
thomsen





Genaue Infos habe ich nicht, aber hier habe ich die Aufhängung der Gummimatte an den Tellerbesen angedacht. Hier einmal rot dargestellt. So kommt die Matte in Fahrstellung mit den Tellerbesen gleich mit hoch und hängt an den beiden roten Stäben. Die Kettenglieder am Rahmen hängen schlaff durch. In Kehrstellung hängt die Matte an den Kettengliedern am Rahmen, die Aufhängung an den beiden roten Stäben hängt dann zur Abwechslung einmal durch.

Direkt unterhalb der Klappe des Kehrichtbehälters erkennt man deren Verriegelung : Auf jeder Fahrzeugseite befindet sich ein horizontal liegendes Drehstangenschloss (wie bei einer Schranktür), das mit Schließhaken auf Keile an der Unterseite der Klappe wirkt. Nach dem Lösen eines Sicherungsstiftes kann je ein Hebel nach vorne gezogen werden und so die Klappenverriegelung gelöst werden. Genaue Infos habe ich dazu nicht - aber so könnte es funktioniert haben.





Der Kehrrichtbehälter kann zur Entleerung hydraulisch gekippt werden, über eine Stangenmimik klappt der Deckel gleich mit hoch. Infos über den Dreh- / und Faltvorgang eben jener Mimik liegen mir nicht vor. Nachteilig ist die geringe Höhe, aus der ausgekippt werden kann. Direkt in Container kann so nicht entladen werden, wohl aber in tieferliegende Sammelbunker bzw. in entsprechend tiefer aufgestellte Container.







Infos zu den Kippzylindern (zu dem Kippzylinder ?) des Kehrichtbehälters liegen mir ebenfalls nicht vor. Hier also eine mögliche Anordnung : Der Boden des Behälters ist nur im vorderen Bereich als Hohlkasten ausgebildet, die Seitenwände sind über die ganze Länge heruntergezogen. In diesem Raum unterhalb des Behälterbodens sind hier zwei einfach wirkende Hydraulikzylinder untergebracht und leicht schräg nach oben angeordnet. Diese stützen sich hinten auf einer Strebe am Fahrzeugrahmen ab und wirken vorne auf entsprechende Laschen am Kehrrichtbehälter. Das Gewicht des Kehrichtbehälters schiebt die Zylinder nach Entleerung des Behälters wieder zusammen. Zu erkennen sind hier auch die beiden Aufhängungen für die Gummimatte mittig zwischen den beiden Tellerbesen.

Gruß Thomsen
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21.12.2025, 18:56 Uhr
Mad Max



Hallo Thomsen,

affengeil.

Zu Beginn meiner Ausbildung im September '76 habe ich einmal eine derartige Kehrmaschine in Karlstadt am Main gesehen. Ob es sich um eine Faun AK 3 H handelte kann ich nicht sagen, aber so aus der Erinnerung sage ich mal ja.
--
Grüße aus Unterfranken sendet Mad Max
Qualität aus Unterfranken - garantiert NICHT aus Bayern
Ich pfeif auf die KI, ich bevorzuge die NI - die natürliche Intelligenz!

Dieser Post wurde am 21.12.2025 um 19:02 Uhr von Mad Max editiert.
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28.12.2025, 11:07 Uhr
Leo Gottwald



Danke für das perfekte Einstellen und beschreiben dieser doch sehr ungewöhnlichen Kehrmaschine von damals.

Bitte mehr davon

Mach gerne weiter mit diesen geilen Projekten
--
2 Worte die mir in meinem Leben schon viele Türen geöffnet haben. Ziehen und Drücken.

Nur ungern läßt der Bofrostmann den Postmann an die Rohkost dran!
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30.03.2026, 17:41 Uhr
thomsen



Ja - vielen Dank für die Rückmeldungen ! Weiter geht es mit einem aktuellen Projekt :



Und noch 'n Dreirad : Der Landfill- Compactor trashmaster TM 11 von CMI. Nachdem ich auf einer Modellbörse das gebrauchte Modell des Müll- Verdichters Hanomag CL 310 (Conrad- Modelle) erwerben konnte, hatte ich nach Infos zu dem Modell und der Vorbildmaschine sowie zu weiteren Müll- Verdichtern von Marktbegleitern gesucht und bin dabei relativ schnell auf dieses Gerät gestoßen. Der TM 11 stellt dabei das größte und schwerste Gerät aus einer Reihe von angebotenen Boden- bzw.- Müllverdichtern des Herstellers CMI dar.

Das Datenblatt / ein Prospekt des TM 11 und ein link zu bewegten Bildern finden sich hier :

https://www.cmi-roadbuilding.com/compaction/landfill-compaction/trashmaster-r-tm-5-tm-8-tm-11

Eines vorweg : Der TM 11 ist eigentlich kein Dreirad, sondern ein vierrädriges Fahrzeug - die beiden vorderen „Räder“ bzw. Radtrommeln oder Bandagen liegen hier so eng nebeneinander, dass der optische Eindruck eines Dreirades entsteht - was hier aber Sinn macht - dazu gleich mehr.

Der interessierte Leser ist einem prinzipiell baugleichen Produkt aus der Baureihe der Bodenverdichter von CMI ggf. schon begegnet : Im Jahrbuch „Baumaschinen 2024“ ist in einem Artikel zur Baumaschinenmesse Conexpo-CON/AGG auf S. 58 ein kleineres Modell (CMI RexPactor SP-03) gezeigt worden. Statt Bandagen mit aufgeschweißten Stollen sind dort augenscheinlich u.a. einzelne Ringe als Schneiden zur Zerkleinerung von Gestein montiert - das grundsätzliche Bauprinzip ist aber ähnlich. Während Müllverdichter von Marktbegleitern mehr oder weniger modifizierte Radlader darstellen und beim Überfahren des Untergrundes mit ihren vier Rädern immer zwei verdichtete Spuren und einen unverdichteten Mittelstreifen hinterlassen, lehnt sich die Konstruktion des TM 11 an die Bauweise von (statischen) Dreiradwalzen an, welche beim Überfahren jeweils die komplette Fahrzeugbreite verdichten. Dadurch reduziert sich letztlich die Anzahl der benötigten Fahrbewegungen, was sich positiv mit reduziertem Kraftstoffverbrauch und letztlich auch mit einem verlängerten Maschinenleben zeigt.



Gesamtlänge ca. 7,87 m



Gesamthöhe ca. 4,03 m. Das Schild ist hier als spezielles Semi-U- Müll- Schild ausgeführt. Im Detail bin ich hier ein wenig von der Konstruktion beim Original abgewichen.

Auffälligstes Merkmal beim Trashmaster TM 11 ist hier das „fender- design“ - also die komplette Abdeckung der Radtrommeln mit stabilen Kotflügeln, um ggf. festsitzende Müllteile abzustreifen. Alle anderen Kompaktoren der Marktbegleiter haben offene Räder bzw. Radtrommeln und benötigen „cleaner- bars“ - als Reinigungsstangen, welche jeweils in die Zwischenräume zwischen die Stollen eingreifen und dort von den Rädern mitgenommene Müllteile abstreifen. Laut CMI soll das Konstruktionsprinzip mit den Kotflügeln auch den Rollwiderstand verringern - wobei wir wieder beim Thema Spritpreise sind. Die aufgeschweißten Stollen als Gussteile verjüngen sich konsequent auf allen Seiten zur Spitze hin - es gibt nur schräge Flächen, um einen möglichst großen Selbstreinigungseffekt zu erzielen.



Gesamtbreite ca. 3,59 m



Gesamtgewicht ca. 50 t

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30.03.2026, 17:42 Uhr
thomsen





Von unten betrachtet sind hier die vier einzelnen Räder oder Radtrommeln gut zu erkennen. Die Unterseite ist komplett glatt und verschlossen ausgeführt, so dass sich dort keine Müllteile verhaken oder aufwickeln können und so die Maschine beschädigen können. Im Heckbereich des Verdichters sind die Umrisse von zwei Klappen zu sehen - dazu gleich mehr.



Der TM 11 wird hydrostatisch - also mittels Hydraulikmotoren - angetrieben, wobei das Fahrzeug hier ein echte Allradmaschine ist - jedes der vier Räder hat einen unabhängigen, separaten Antrieb. Diese Antriebsform stellt wohl auch für das Einsatzspektrum des Verdichters (immer wieder Anfahren aus dem Stand - auch mit bremsendem Müllberg vor dem Schild - zu überwindende Steigungen und Gefälle - häufige Richtungswechsel Vor- und Zurück) die optimale Bauform des Antriebes dar.



...und mit angehobenem Schild, welches am Vorderwagenteil an zwei Zapfen drehbar gelagert ist und mit einem Hydraulikzylinder nur in der Höhe verstellt werden kann. Eine Veränderung / Verstellung der Schildneigung (über Hydraulikzylinder) wie z.B. bei einer Planierraupe ist hier nicht möglich. Als Maßstabsbildendes Element muss hier 'mal wieder der Mann mit dem Gabelhubwagen herhalten. So ist die Größe der Radtrommeln mit einem Durchmesser von etwa 2 Metern erkennbar. Die großen Radtrommeln sind hier aber mit Absicht vom Hersteller CMI konzipiert worden : Durch den großen Durchmesser verringert sich der Rollwiderstand gegenüber kleineren Rädern bzw. Radtrommeln - was sich letztlich auch wieder in geringerem Treibstoffverbrauch niederschlägt.





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30.03.2026, 17:43 Uhr
thomsen







Auf der rechten Fahrzeugseite sind auf dem Kotflügel einige Steigeisen und ein Haltegriff angeordnet, um einen gesicherten Aufstieg auf das Oberwagenteil zu ermöglichen - und dort in erster Linie zu dem an dieser Stelle angeordneten Hydraulikzylinder für das Schild zu gelangen. Ferner ist dort - in Verlängerung der Lenkhebel oder hier der Hydraulik- Lenkzylinder eine in rot gehaltene Gabel oder als Stange ausgebildete Lasche vorhanden, die die Biegung des am Oberwagen vorhandenen Hebelarms reduziert und die Lenkkräfte etwas großflächiger in das Oberwagenteil einleitet. Auf der rechten Fahrzeugseite des Heckbereiches ist der Bereich vor dem Radlauf bzw. vor dem Kotflügel als Hydrauliköltank ausgebildet.



Hier bin ich vom Vorbild abgewichen, und habe solch einen - hier ebenfalls in rot gehaltenen Lenkhebel - auch auf der linken Fahrzeugseite angeordnet. Warum dieser beim Original nur auf der rechten Seite vorhanden ist - zudem dieser dort auch noch den Zugang über die Steigeisen ein wenig blockiert bzw. einschränkt, ist fraglich. Vor dem Radlauf ist beim Heckbauteil auf der linken Fahrzeugseite der Bereich als Dieseltank ausgebildet.



Die Verbindung zwischen dem Vorderwagen und dem hinteren Bauteil des Verdichters ist als Knickgelenk ausgebildet. Während z.B. beim Wagner Chipdozer, bei Dumpern etc. die Verbindung als Pendel- Knickgelenk konstruiert ist, wäre ein mögliches Verdrehen des Vorderwagens um die Längsachse hier wohl kontraproduktiv. Aufgrund der Konstruktion als „Dreirad“ kippelt die Maschine sowieso leichter als ein Fahrzeug mit vier gleichmäßig angeordneten Rädern. Das ist bei dieser Konstruktion wohl als Nachteil gegenüber Müllverdichtern von Marktbegleitern anzusehen. Auf diesem Bild sowie auf der vorherigen Abbildung ist ferner eine austauschbare, hier in weiß dargestellte Platte aus druckfestem Kunststoff als Anschlagpuffer zu sehen, welche den Knickwinkel des Vorderwagens begrenzt. Ferner sind die Verschraubungen von Abdeckblechen am Knickgelenk zu erkennen. Alle Medienleitungen vom Heckteil zum Vorderwagen werden zum Schutz gegen Beschädigung, Verschmutzung etc. im Inneren der Verbindung geführt - dazu später mehr.



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Dieser Post wurde am 30.03.2026 um 18:09 Uhr von thomsen editiert.
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30.03.2026, 17:44 Uhr
thomsen





... und hier mit eingelenktem Vorderwagen - hier bis spack auf die Pufferplatte.



Und etwas näher hingeschaut :

Etwa in Bildmitte ist hier der Umriss einer kleinen Klappe zu erkennen. Dahinter befinden sich neben einem Schlüsselschalter für das Ein- und Ausschalten der Stromversorgung über die Fahrzeugbatterie(n) drei Bedienhebel für das Öffnen und Schließen der Motorabdeckung (hood) sowie der beiden Abdeckungen im Bodenbereich (front- belly- pan und rear- belly- pan), deren Umrisse auf dem Bild der Fahrzeug- Untersicht bereits zu erkennen waren. Alle drei an Scharnieren beweglich befestigten Abdeckungen können für Wartungs- und Reparaturarbeiten bequem mittels kleiner Hydraulikzylindern auf- und zugefahren werden. Die beiden Bodenklappen werden nach dem Schließvorgang noch gesichert / arretiert. So können für den optimalen Schutz des Unterbodens bzw. als Schutz der darüber befindlichen Maschinenanlage relativ schwere und somit stabile Bodenklappen verbaut werden. Zudem ist so der Unterboden als geschlossene Wanne ausgebildet - evtl. austretende Flüssigkeiten aus der Maschinenanlage gelangen so nicht nach aussen in die Umwelt. Über hier erkennbare einzelne Trittstufen ist der Aufstieg auf der linken Seite des Fahrzeughecks möglich.

Hinten in der Mitte des unteren Fahrzeughecks ist auf Bildern eine Art Flachstahl zu erkennen. Eine Öffnung / Bohrung kann ich dort nicht erkennen - ich habe dieses Bauteil hier einmal virtuell aufgebohrt. So könnte dort beispielsweise ein Schäkel befestigt werden, um damit mittels eines eingeschäkelten Seils auf der Kippe im Morast oder im weichen Untergrund festgefahrene Fahrzeuge wieder frei zu schleppen. Der Grip müsste dort mit den Stollenrädern beim TM 11 phantastisch sein ...



Die Oberwagenkabine ist eine gegen Schall und Wärme / Kälte gedämmte Stahlkonstruktion. Zur Entkopplung vom Unterwagen ist die Kabine ferner über schwingungsdämpfende Lager mit dem Unterwagen verbunden. Welche Funktion der hier erkennbare „Haltegriff“ hat (dieser ist auf beiden Fahrzeugseiten vorhanden) erschließt sich mir nicht. Die Geländer als Sicherung gegen Absturz vom Oberwagen sind sämtlich mittels Schraubverbindungen in Hülsen quasi als „Steckgeländer“ ausgebildet. Ein Feuerlöscher für die Bekämpfung von Entstehungsbränden ist griffbereit am Bügel des Überrollschutzes angeordnet. Über eine automatische (bzw. auch von Hand auszulösende) Feuerlöschanlage verfügt der TM 11 augenscheinlich nicht.



Blick auf das Dach : Für die Konditionierung der OW- Kabine ist ein Klimagerät auf der Dachfläche montiert. Dass von dort auch eine durch (Aktivkohle-) Filter geleitete Außenluftversorgung des Kabineninneren erfolgt, darf angenommen werden. Schließlich ist auf der Müllhalde neben der Staubbelastung auch eine erhöhte Belastung durch Schimmelsporen etc. aus verdorbenen, organischen Abfällen denkbar bzw. tatsächlich vorhanden.



Neben der Klimaanlage sind druckluftbetriebene Warnhörner sowie diverse Antennen für das satellitengestützte Einebnen und Überschütten der einzelnen Lagen aus Abfall und Erden sowie für die (Funk-) Kommunikation etc. vorhanden.

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339 — Direktlink
30.03.2026, 17:46 Uhr
thomsen







Neben der geschützten Führung der Hydraulik- und sonstigen Kabel und Medienleitungen im Inneren des Knickgelenks sind auch die unvermeidbar im Außenbereich geführten Hydraulikleitungen bestmöglich geschützt angeordnet : Neben einer generell hohen Einbauposition - gemessen von OK Gelände - sind diese auf der Rückseite des Hydraulikzylinders befestigt. Wenn also einmal Abfall über das Schild hinaus auf den Oberwagen gerät, dann fungiert der stabile Hydraulikzylinder als physischer Schutz für die vergleichsweise fragilen Hydraulikanschlüsse und –Leitungen und schützt diese somit vor Beschädigungen.





Der Zugang in die Kabine erfolgt auf der rechten Fahrzeugseite über einen klar definierten Aufstieg. Wie hier zu erkennen, sitzt der (bedauernswerte) Fahrer bzw. die Fahrerin des TM 11 wie z.B. bei einem Untertageradlader quer zur Fahrtrichtung. Den ganzen Tag die Rübe und den halben Oberkörper auf einem schaukelnden Gefährt 90 Grad nach links zu drehen stell' ich mir nicht gerade erstrebenswert vor. Gem. Info von CMI ist die Anordnung so wie gezeigt (quer zur Fahrtrichtung) oder aber „normal“ mit Blick in Fahrtrichtung möglich. Ob man sich bei der Bestellung eines solchen Gerätes allerdings schon unverrückbar entscheiden muss, oder ob der gesamte Fahrerplatz wie z.B. bei einer Terberg- Logistik- Sattelzugmaschine drehbar gelagert ist, entzieht sich meiner Kenntnis.



Auf der linken Fahrzeugseite ist eine etwas flachere Tür vorhanden, um von dort einen zweiten Ausstieg (Notausstieg bzw. einen Zugang zum Fahrzeug- Heck) zu realisieren. Auch bei der Fahrzeugkabine bin ich vermutlich vom Original abgewichen und habe den Kabinenboden in einem Teilbereich abgesenkt, so dass man nach dem Einstieg über Treppenstufen zumindest annähernd Stehhöhe in der Kabine hat. Wer nun allerdings hart auf die 2m- Marke zugeht, der / oder die muss dort weiterhin eine Demutshaltung auf dem Weg zum (luft-) gefederten Kontursitz einnehmen.

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340 — Direktlink
30.03.2026, 17:47 Uhr
thomsen





Auf der linken Fahrzeugseite befindet sich oberhalb der Radabdeckung eine längliche Klappe - ich gehe hier einmal davon aus, dass sich dahinter Teile der Abgas- Nachbehandlungsanlage - hier z.B. ein Oxydationskat o.ä. - befinden.



Die beiden Lamellengitter am Heck können um je 90 Grad geöffnet werden, um Zugang zum dahinter liegenden Kühler zu erhalten.



Die Motorabdeckung kann am Stück nach hinten geklappt werden - hier um 60 Grad.





Links ist einer der beiden kleinen Hydraulikzylinder zu erkennen, mit denen die Motorabdeckung komfortabel geöffnet werden kann - und natürlich nach getaner Arbeit auch wieder verschlossen werden kann.

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341 — Direktlink
30.03.2026, 17:48 Uhr
thomsen







Die Fahrzeugbatterie(n) habe ich hier in einem Kasten unter dem Überrollbügel untergebracht - ob dies beim Originalfahrzeug auch der Fall ist, weiss ich nicht.







Die weiter oben schon angesprochenen Bodenklappen im Bereich des Motors und der Hydraulikpumpen in geöffnetem Zustand.

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342 — Direktlink
30.03.2026, 17:50 Uhr
thomsen





Hier noch einmal gut zu erkennen : Die Blechabdeckung als Montage- und Revisionsöffnung im Bereich des Knickgelenks - hier in einem etwas helleren Gelbton gehalten.



Der TM 11 grob zerlegt in seine Komponenten Müllschild, Vorderwagen und Fahrzeugheck







Damit die Bauteile nicht umkippen (im CAD eigentlich nicht nötig - da funktionieren sogar die berühmt- berüchtigten Siemens- Lufthaken) sind die Komponenten mit Spindelböcken und etwas Holz unterbaut. Die beiden vorgenannten Revisions- und Montageöffnungen im Bereich der Gelenkverbindung sind hier geöffnet. Stellvertretend sind einige Hydraulikleitungen zu erkennen, welche bei der Verbindung von Vorderwagen und Fahrzeugheck mit entsprechenden Kupplungen dort verbunden werden könnten.

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343 — Direktlink
30.03.2026, 17:51 Uhr
thomsen







Der Vergleich mit einer statischen Dreiradwalze liegt bei abgebautem Schild recht nahe. Hier auch zu erkennen : die weißen, austauschbaren Platten aus druckfestem Kunststoff (so wie die Lager im Bereich der Kragen von Teleskopmasten bei Mobilkranen, auf denen die einzelnen Teleskopschüsse beim Ein- und Austeleskopieren entlanggleiten). Diese sollen hier ein Überlasten der beiden Zapfen, an denen das Müllschild drehbar gelagert ist, beim Verkanten des Schildes verhindern. Die beiden Arme, an denen der eigentliche Schildkörper befestigt ist, stützen sich beim Verdrehen des Schildes an den Kunststoffplatten ab. Ferner gleiten die Arme des Schildes bei der Höhenverstellung an den Kunststoffplatten entlang.



Im Einsatz auf der Kippe





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344 — Direktlink
30.03.2026, 17:52 Uhr
thomsen







Besuch von einem Kollegen : Der CMI trashmaster TM 11 im Vergleich mit dem Wagner Chipdozer CHD 100. Obwohl auf den ersten Blick recht verschieden, sind doch beide „Brüder im Geiste“ und Spezialmaschinen, welche vornehmlich nur für einen einzigen Einsatzzweck konstruiert und gebaut worden sind. Zudem sind ja beide für die Haldenbewirtschaftung entwickelt worden - sei es nun eine Halde aus Holzhackschnitzeln oder aus Abfall.





Einige konstruktive Gemeinsamkeiten gibt es schon : In erster Linie natürlich die Schildanlenkung wie bei einem Raddozer und die Befestigung des Hydraulikzylinders für das Anheben des Schildes bzw. der Leichtgutschaufel beim Chipdozer. Auch die Anordnung des Auspuffs auf der linken Seite des Fahrzeughecks jeweils neben der Motorabdeckung ist zumindest optisch bei beiden Maschinen ähnlich ausgeführt.



Gruß Thomsen
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30.03.2026, 20:15 Uhr
Menzitowoc

Avatar von Menzitowoc

Hallo Thomsen,

wieder eine sehr genial ausgearbeitete Maschine, die ich so bisher nicht kannte.
Besonderen Dank auch für Deine ausführliche Reflexion zu den verschiedenen Details dieser CMI-Maschine und die Unterschiede zu ehr konventionellen Müllverdichtern.

Die Anbindung der Lenkzylinder am Vorderwagen erscheint mir trotz der von Dir rot dargestellten "Stäbchen" wirklich ehr tüdelig. Üblicherweise werden sie mit Hebelarmen aus einstückig geschnittenem Dickblechen angebunden.

Die 4-Spur-Radanordnung und die Ausformung der Radstollen finde ich wirklich bemerkenswert gut, wenn es auch sicher sehr teuer in der Herstellung ist, weil jeder Konus einzeln rundherum geschweißt werden muß.

Viele Grüße
Christoph
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„In Europa gibt es zur zwei Typen von Staaten: Kleine Staaten und Staaten, die noch nicht verstanden haben, daß sie klein sind“ - Paul-Henri Spaak (1899 – 1972), Premierminister von Belgien, Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, NATO Generalsekretär
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