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Hansebubeforum » Krane und Schwerlast historisch » Faun Flugfeldlöschfahrzeug » Threadansicht

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21.01.2009, 19:55 Uhr
Reinhard Merlau



Hallo Hendrik, Hallo Ihr Anderen,
die Fauns waren schon vor Jahrzehnten meine liebsten "Feuerwehrschätzchen" und ich habe sie seit 1972 permanent beobachtet. 1972 anläßlich der Interschutz in Frankfurt am Main wurde das erste dieser beiden Fahrzeuge stolz präsentiert. Kurz darauf wurde es bei der Flughafenfeuerwehr in Hamburg in Dienst gestellt und nur wenige Wochen danach kam dann das zweite Fahrzeug. Übrigens wurde ein drittes baugleiches Fahrzeug nach Düsseldorf und erst 1979 ein viertes nach Isreal zum Bengurion Flughafen geliefert. Ich selbst war auch daran interessiert, zumal seinerzeit einmal der Plan war, in Frankfurt ein Museum für solche Löschriesen einzurichten. Über Jahre karrten wir die beiden großen Fauns von Frankfurt durch die Republik, bis schließlich das Pulverlöschfahrzeug in ähnlich schlechtem Zustand veschrottet werden musste. Das GFLF, das sogar noch auf dem Saarbrücker Flughafen einige Jahre genutzt worden war, habe ich vor ca 5 Jahren an das Museum Speyer gegeben, wo es aber wegen seiner Größe und Unbeweglichkeit auch im Freien sein Dasein fristet. Irgendwann wird es wohl auch dort verrottet sein und dann dem Schrott zugeführt werden. Die beiden alten Hamburger Fauns sind zweifelsfrei noch nicht einmal zum Ausschlachten der Motoren zu nutzen. Wenn sie nicht schon kaputt sind, würden sie kurz nach einer "Wiederbelebung" einen Wasserschaden erleiden - so wie dies bei nahezu allen mir bekannten Fahrzeugen dieser Art passiert ist. Man dürfte den Motor noch nicht mal versuchen zu starten. Man müsste ihn ausbauen, rundüberholen, die gesamten Zuleitungen nebst Kühlsystem überholen und wäre anschließend vermutlich pleite. Zudem: Solch ein Motor verbraucht seine 100 Liter in einer Stunde - ich denke, da redet man besser nicht über irgendwelche Wirtschaftlichkeit Aber wenn man sich die Karosse ansieht, erkennt man schnell, dass hieraus nichts mehr zu machen ist - allenfalls ein Versuch des Erhalts von dem einen oder dem anderen Bauteil. Diese Geschichte ist wohl auch endgültig zuende. Das zweite FAUN FLF von Flughafen Frankfurt hat übrigens sein langes Sterben am ungarischen Plattensee beendet.
Viele Grüße
Reinhard
--
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Dieser Post wurde am 21.01.2009 um 22:55 Uhr von Hendrik editiert.
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026 — Direktlink
21.01.2009, 21:36 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik


Zitat:
Reinhard Merlau postete Man dürfte den Motor noch nicht mal versuchen zu starten. Man müsste ihn ausbauen, rundüberholen, die gesamten Zuleitungen nebst Kühlsystem überholen und wäre anschließend vermutlich pleite.

Hallo Reinhard,

Jep, die Motoren sind leider von innen verrostet, weil es munter durch die undichten, teils defekten außenliegenden Auspuffsysteme jahrelang reingeregnet hat. Es gibt die Vermutung/Hoffnung, daß einer der vier Motoren möglicherweise noch lauffähig ist, aber das muß natürlich erst gründlich befundet werden. Desweiteren sind die Summiergetriebe (die die Leistung der 2 Motoren zusammenfassen) sehr wahrscheinlich defekt. Diese waren übrigens schon immer extrem störanfällig, und haben auch im "realen" Flughafenbetrieb damals für häufigen Kummer gesorgt, inklusive Drehmomentwandler. Es handelt sich hierbei wohl um italienische Fabrikate (!) wie mir erläutert wurde. Die Summiergetriebe mußten häufiger getauscht werden.

Die Betriebsstunden dieser beiden Burschen liegen übrigens zwischen 1300 und 1600 h.

gruß hendrik
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027 — Direktlink
21.01.2009, 22:26 Uhr
mirko

Avatar von mirko

wenn man die Leistung von 2 Motoren auf eine Welle übertragen will hat man doch meistens Probleme, weil man die beiden Motoren nicht genau genug synchronisiert bekommt, zumindest damals heute sollte das eigentlich nicht so das Problem sein mit der ganzen Elektronik
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21.01.2009, 22:31 Uhr
koch87

Avatar von koch87

Hallo zusammen,

ich würde die Ziele nicht zu hoch stecken.

Was bringt es, ein Fahrzeug dieser Art voll einsatzfähig, oder auch nur fahrfähig zu erhalten? Es würde so oder so nur im günstigsten Fall in einer Halle stehen.

Es wäre doch schon wünschenswert, die kompletten Fahrzeuge vor Korrosion zu schützen und einfach als Zeitzeugen in ihrer Form und Größe zu erhalten.

Der Wunsch mit der Überführungsfahrt auf der Autobahn wurde ja bereits im Keim erstickt, warum sollten also unbedingt noch Motor und Getriebe funktionieren.

Wer könnte da der Hersteller der Wandlergetriebe sein?
Eigentlich gab es seinerzeit nur Clark, Allison und ein bischen ZF im Faun-Programm, aus Italien ist mir da bisher nichts begegnet.
Das Summiergetriebe wurde meines Wissens von Faun entwickelt.

Ich finde es interessant, dass die Motoren offensichtlich geschweißte Krümmer hatten, keine Gußteile. Ich könnte mir vorstellen, dass die Gefahr der Rissbildung bei Gußteilen in dieser Anwendung zu groß war.

In den Radnaben erkenne ich Anschlüsse einer zentralen Reifenfüllanlagen, die wurden sicherlich nicht abgeklemmt, deswegen werden die meisten Reifen inzwischen auch platt sein.

Wenn da wirklich das Wasser in den Abgasrohren steht, werden die Turbolader auch hinüber sein.
Sollte jemand ernsthaft die Fahrzeuge wieder zum Leben erwecken, würde ich meine kostenfreie Unterstützung bei der Aufarbeitung der Turbolader anbieten.

Grüße
Ralf
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029 — Direktlink
21.01.2009, 22:36 Uhr
Reinhard Merlau



Hallo Hendrik,
Das Sammelgetriebe war ja immer nur ein Thema bei der zwei Motorenversion. Metz hatte ja nur einen großen Leo-Motor und hatte damit zumindest im Fahrbetrieb keine Probleme. Die vermutlch insgesamt sieben Fahrzeuge mit 8x8-Antrieb, bei denen Deutz Motoren verwendet wurden waren da eben anders konfiguriert. 1300 bis 1600 Betriebsstunden scheinen mir eigentlich trotzdem recht wenig, wenn man bedenkt, dass der Airport Hamburg ja auch recht groß ist und die Fahrzeuge definitiv jeden Tag gefahren wurden. Welche Wandler da drin waren, kann ich gegenwärtig nicht sagen, doch läßt sich das ganz sicher noch problemlos ermitteln. Gibt es die Möglichkeit, dass Du mir die Bilder direkt per mail zur Verfügung stellst ? Falls meine seit einigen Jahren in Vorbereitung stehende Publikation mal Wirklichkeit werden sollte, würde ich gerne dann darauf zurück greifen. Ich bin noch dabei, alle jemals gebauten FAUN FLFs zwei-, drei- und vierachsig zusammen zu stellen. Einen ganz großen Teil dürfte ich zusammen getragen haben und Dank vieler Gleichgesonnener habe ich auch viele Fotos davon. Wer also helfen will, ist herzlich eingeladen, sich mit mir in Verbindung zu setzen (reinhard at merlau dot de). Diese beiden habe ich selbst nur im Betrieb in HH und auf der Interschutz fotografiert. Die Fahrzeuge so, wie sie dort stehen, kannte ich nicht aus eigener Anschauung. Mir ist nur ein Foto bekannt, wie sie noch auf einer Wiese auf diesem Gelände standen, doch da sahen sie noch verhältnismäßig gut aus. Ich hatte eigentlich nicht erwartet, dass es diese beiden FLFs überhaupt noch gibt. Das Gegenstück aus Düsseldorf steht übrigens am Airport Memminger Berg im Ostallgäu - angeblich noch einsatzbereit. Interessant wäre auch, einmal etwas Näheres über die beiden Münchener FAUNs 8x8 zu erfahren. Die gingen nach der Außerdienststellung zunächst zum Flughafen Hahn und von dort kaufte sie ein Privatmann aus Bieberach a.d.Riß. Seitdem ist Funkstille. Dort angekommen sind sie jedenfalls. Vielleicht weiß jemand mehr dazu ?

Viele Grüße
Reinhard
--
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21.01.2009, 22:41 Uhr
Sebastian Suchanek
Admin
Avatar von Sebastian Suchanek


Zitat:
Reinhard Merlau postete
Falls meine seit einigen Jahren in Vorbereitung stehende Publikation mal Wirklichkeit werden sollte, würde ich gerne dann darauf zurück greifen. Ich bin noch dabei, alle jemals gebauten FAUN FLFs zwei-, drei- und vierachsig zusammen zu stellen. Einen ganz großen Teil dürfte ich zusammen getragen haben und Dank vieler Gleichgesonnener habe ich auch viele Fotos davon.

So ein Buch(?) klingt hochinteressant. Darf man fragen, wie konkret die Planungen bzw. Ausführungen davon aktuell sind?


Tschüs,

Sebastian
--
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21.01.2009, 22:52 Uhr
Reinhard Merlau



Hallo Ralf,
wir haben ja auch schon eine Weile nichts von einander gehört und ich kann nur hoffen, dass Du wegen der Faun Schwerlastgeschichte nicht noch sauer auf mich bist. In Bezug auf die Erhaltung eines solchen FLF gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. Dazu braucht es eine trockene große Halle, in der das Fahrzeug gut präsentiert werden kann. Der Motor muss dann nicht funktionsfähig sein, sondern dient allenfalls zur Beeindruckung in Punkto Volumen. Als bei meinen beiden alten Fauns von Flughafen Frankfurt die Leo-Motoren raus waren, bot sich hinten ein förmlicher Tanzsaal - soviel Platz war da. Aber: Wenn die Kisten eben keinen betriebsbereiten Motor haben, kann auch kein Druck aufgebaut werden, um die Bremsen zu öffnen. Damit können diese nur durch Fremdeinspeisung aufgemacht werden, um die Kiste zu bewegen. Das zweite Problem ist dann aber die Lenkung. Es sind ohne Motorkraft zwei Mann erforderlich, um das Lenkrad nur einige Zentimeter zu bewegen. Dieses Problem hatten wir jedesmal, wenn die (ohne Motor und ohne Löschmittel) 34 Tonnen schweren Teile auf einen Tiefbett Tieflader verladen werden mussten, weil wiedermal ein Wechsel der Unterkunft erforderlich war. Den Spaß haben wir 4x gemacht und dabei mit den Gepannen immerhin mehr als 1000 Kilometer zurück gelegt - zuletzt von Hahn nach Hohenlockstedt und ganz zuletzt von dort nach Speyer.
Fakt ist, wer keine dauerhaft zur Verfügung stehende und großräumige Halle besitzt, und wer eben nicht wirklich permanent an der Restaurierung bleiben kann, dem werden die Kisten wegrosten. Da kann man sein Geld auch in den Main werfen.
Viele Grüße
Reinhard
--
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21.01.2009, 23:13 Uhr
koch87

Avatar von koch87


Zitat:
mirko postete
wenn man die Leistung von 2 Motoren auf eine Welle übertragen will hat man doch meistens Probleme, weil man die beiden Motoren nicht genau genug synchronisiert bekommt, zumindest damals heute sollte das eigentlich nicht so das Problem sein mit der ganzen Elektronik

Ich habe mich da gerade etwas schlau gemacht.
Beim LF1410 wurde ein 1000PS Daimler-Benz-Motor verbaut, da kam der Wandler und das Lastschaltgetriebe 4PW200 von ZF zum Einsatz.

Bei der späteren Version mit zwei Deutz-Motoren, so wie bei den Hamburgern, war an jedem Motor ein Drehmomentwandler angeschlossen, das sollte das Teil schräg unterhalb des Turboladers sein, direkt am Motor angeflanscht. Von dort führten Gelenkwellen (auch zu sehen) zum Sammelgetriebe.
Das Sammelgetriebe von Faun hatte tatsächlich zwei Eingangs- und eine Ausgangswelle.
Im Inneren wurden Stromag-Lamellenkupplungen verbaut, die einen Antrieb komplett "neutral" schalten konnten, damit erfolgte der Antrieb dann wahlweise von nur einem Motor.
Der Abtrieb vom Sammelgetriebe führte zum Lastschaltgetriebe und Verteilergetriebe mit Nebenabtrieb zur Pumpe
Es konnten entweder die Hinterachsen oder alle Achsen angetrieben werden.


Die erste Generation von vierachsigen Faun-Löschfahrzeugen, oft mit Sides-Aufbau in Frankreich im Einsatz, hatten auch zwei Deutz-Motoren, noch mit 450 PS, aber deren Antriebe funktionierten mit zwei rein mechanischen Antriebssträngen.
Ein Motor mit mechanischer Kupplung und Schaltgetriebe trieb die beiden Hinterachsen an, der zweite Motor mit gleicher Technik war nur für den Antrieb der beiden Vorderachsen zuständig. Ein Motor war über ein Zwischengetriebe wahlweise für den Pumpenantrieb vorgesehen.
Die Drehzahlangleichung beider Antriebe erfolgte über die Räder, der schnellere Motor schiebt dabei den langsameren Motor an.

(So funktioniert übrigens auch der Antrieb einiger russischer 8x8 BAZ-LKW und 8x8 Schützenpanzer)

Grüße
Ralf

Dieser Post wurde am 21.01.2009 um 23:42 Uhr von koch87 editiert.
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21.01.2009, 23:33 Uhr
koch87

Avatar von koch87


Zitat:
Reinhard Merlau postete
Hallo Ralf,
wir haben ja auch schon eine Weile nichts von einander gehört und ich kann nur hoffen, dass Du wegen der Faun Schwerlastgeschichte nicht noch sauer auf mich bist.
Reinhard

Hallo Reinhard,

gab es einen Grund für mich, sauer zu sein? ... ich denke nicht!

Über das Projekt Faun-Löschfahrzeuge in Buchform hatten wir uns ja mal kurz unterhalten, ich würde hier mit meinen Mitteln unterstützen, in welcher Form auch immer. Ich werde mich nicht in das Thema einarbeiten, also stehen meine Unterlagen zur Verfügung.

Die Probleme mit den Löschfahrzeugen aus FFM kann ich verstehen.
Mir blutet immer das Herz, wenn ich Zugmaschinen im Ausland sehe, gut im Zustand, vielleicht auch bezahlbar, aber mit chronisch knapper Kasse ist das einfach nicht das richtige Hobby.
Der ehemalige Geschäftsfüherer von Faun in Lauf äußerte mal Interesse, ein Fahrzeug in der Lehrwerkstatt wieder herrichten zu lassen. Ich hatte dann einige Kontakte zur Hand, Fahrzeuge in diversen Zuständen, alles bezahlbar, aber ich hörte niemals wieder etwas aus den fränkischen Chefbüros, sehr bedauerlich.
Ich fand die Idee genial, und wenn es nur für ein Fahrzeug gereicht hätte.

Viele Grüße
Ralf

Dieser Post wurde am 21.01.2009 um 23:34 Uhr von koch87 editiert.
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21.01.2009, 23:49 Uhr
Reinhard Merlau




Zitat:
Sebastian Suchanek postete

Zitat:
Reinhard Merlau postete
Falls meine seit einigen Jahren in Vorbereitung stehende Publikation mal Wirklichkeit werden sollte, würde ich gerne dann darauf zurück greifen. Ich bin noch dabei, alle jemals gebauten FAUN FLFs zwei-, drei- und vierachsig zusammen zu stellen. Einen ganz großen Teil dürfte ich zusammen getragen haben und Dank vieler Gleichgesonnener habe ich auch viele Fotos davon.

So ein Buch(?) klingt hochinteressant. Darf man fragen, wie konkret die Planungen bzw. Ausführungen davon aktuell sind?


Tschüs,

Sebastian

Hallo Sebastian,
woran mangelt es uns allen am meisten ? Na an der Zeit. Ich habe immernoch eine kleine Modellbaufirma, die mir meine Zeit raubt, dann ständige Krankengymnastik und irgendwann muss ja auch ein Tag mal rum sein. Nach 10 abends kann ich mich auch nicht mehr hinsetzen und kreativ schreiben. Aber die Materialsammlung ist schon ganz gut und durch die vielen Kontakte kommt bestimmt auch etwas sinnvolles dabei heraus. Ich bleibe also dran - aber in diesem Jahr bestimmt nicht.
Gruß
Reinhard
--
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22.01.2009, 00:00 Uhr
Reinhard Merlau



Hallo Ralf,
okay - freut mich, hatte irgendwie Bedenken.
Ja, da komme ich natürlich zu gegebener Zeit gerne drauf zurück, weil Du vermutlich zur Fahrzeugtechnik selbst recht viel beitragen kannst. Ich bin nur mal eben der Feuerwehr-Mensch, der eben durch langjährige Kontakte und eigene Erfahrungen zu diesem Thema was beisteuern kann. Unabhängig davon kann ich nur jeden bitten, Fotos dieser schönen Fauns zu sammlen und sich ab und zu zu melden, wenn mal was Neues bekannt wird. Das mit ebay und dem Motor von dem Münchener Faun habe ich auch nur am Rande mitbekommen. Dafür soviel zu erwarten, ist Unfug. Der alte Motor ist keine 500 Euronen mehr Wert. Die Lehrwerkstatt der Kfz-Leute vom Frankfurter Flughafen hatte auch die Idee, den großen 1000 PS Motor von dem alten Metz FLF wieder flott zu machen. Doch da wären soviele kleine Bauteile ganz neu anzufertigen, dass dieses Unternehmen wirklich richtiges Geld kosten würde. Hier war ja sogar noch die Chance, dass die Bundeswehr mit einem ausgebauten Leo 1 Motor hätte aushelfen können - doch das Kriegswaffensperrgesetz verbot es, dass solche Panzermotoren an Privatpersonen abgegeben werden. Also war das auch nichts.
Viele Grüße
Reinhard
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036 — Direktlink
22.01.2009, 21:03 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik


Zitat:
koch87 postete ...war an jedem Motor ein Drehmomentwandler angeschlossen, das sollte das Teil schräg unterhalb des Turboladers sein, direkt am Motor angeflanscht. Von dort führten Gelenkwellen (auch zu sehen) zum Sammelgetriebe.

Fast richtig......das, was man auf den Bildern sieht, ist der (neudeutsch) PTO (Power Take Off), also der mechanische Nebenabtrieb des Motors. Die Welle führt zum Pumpenaggregat.

Der Drehmomentwandler ist am Schwungradgehäuse des Motors angeflanscht; den sieht man hier auf den Bilder nicht. Die Welle zum Summiergetriebe befindet sich hinter der Welle zum Pumpenaggregat, also innen.

Hier noch ein Bild, auf dem alle 4 Wellen zu sehen sind: Außen liegen die PTO-Wellen (drehen im festen Übersetzungsverhältnis zum Motor mit), und innen liegen die Wellen, die vom Wandler zum Summiergetriebe verlaufen:

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037 — Direktlink
22.01.2009, 21:33 Uhr
koch87

Avatar von koch87


Zitat:
Hendrik postete

Zitat:
koch87 postete ...war an jedem Motor ein Drehmomentwandler angeschlossen, das sollte das Teil schräg unterhalb des Turboladers sein, direkt am Motor angeflanscht. Von dort führten Gelenkwellen (auch zu sehen) zum Sammelgetriebe.

Fast richtig......das, was man auf den Bildern sieht, ist der (neudeutsch) PTO (Power Take Off), also der mechanische Nebenabtrieb des Motors. Die Welle führt zum Pumpenaggregat.

Ja, jetzt erkenne ich, dass die sichtbare Gelenkwelle nicht in der Motormitte läuft, das war nicht eindeutig zu sehen.
Wenn die Nebenabtriebe direkt am Motor verbaut sind, weicht die Technik etwas von den Unterlagen ab, die ich hier liegen habe.
Dort wurde der Nebenabtrieb zur Pumpe erst am Verteilergetriebe eingezeichnet.

Die verwendeten Antriebsstränge werden als identisch zu den einmotorigen Fahrzeugen beschrieben (zB. die in FFM), nur teils doppelt vorhanden.
Hersteller der Wandler und des Lastschaltgetriebes sollte dann eigentlich auch ZF sein.

Sind an beiden Motoren Nebenabtriebe angeflanscht? Wie funktioniert in diesem Fall der Antrieb der Wasserpumpe bei zwei Antriebsquellen? Oder gibt es auch zwei Pumpen? Oder führen diese Nebenabtriebe vielleicht zu Ölpumpe und anderen Gerätschaften? Die Wellen sehen auf jeden Fall sehr stabil aus.


Auf jeden Fall faszinierende Technik!

Dieser Post wurde am 22.01.2009 um 21:40 Uhr von koch87 editiert.
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038 — Direktlink
22.01.2009, 21:50 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik


Zitat:
koch87 postete Die verwendeten Antriebsstränge werden als identisch zu den einmotorigen Fahrzeugen beschrieben (zB. die in FFM), nur teils doppelt vorhanden. Hersteller der Wandler und des Lastschaltgetriebes sollte dann eigentlich auch ZF sein.

Also, ich versuche das noch in Erfahrung zu bringen. Mein jetziger Kenntnisstand ist, daß das Summiergetriebe (und möglicherweise ebenfalls die Wandler) ein italienisches Fabrikat ist! Mehr kann ich dazu auch noch nicht sagen...... Das Lastschaltgetriebe wäre ein "Panzergetriebe" (da bin ich persönlich erstmal stillschweigend von RENK ausgegangen), das Verteilergetriebe kommt von ZF, die Achsen von Faun, und der Motor bekanntermaßen von KHD.


Zitat:
Sind an beiden Motoren Nebenabtriebe angeflanscht?

So habe ich das dort gesehen, ja.


Zitat:
Wie funktioniert in diesem Fall der Antrieb der Wasserpumpe bei zwei Antriebsquellen? Oder gibt es auch zwei Pumpen? Oder führen diese Nebenabtriebe vielleicht zu Ölpumpe und anderen Gerätschaften? Die Wellen sehen auf jeden Fall sehr stabil aus.

Einen genauen "Schaltplan" der Technik werde ich möglicherweise bald in den Händen halten dürfen......dann werd' ich es erläutern.


Zitat:
Auf jeden Fall faszinierende Technik!

Aber 100%-ig!

gruß hendrik
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039 — Direktlink
22.01.2009, 22:49 Uhr
koch87

Avatar von koch87

Ich war gerade nochmal ganz tief in meinen Unterlagen.

Tatsächlich wurde als Sonderausstattung bei diesen Fahrzeugen ein doppelter Nebenabtrieb direkt an den Motoren angeboten, die dann jeweils eine kleinere 5000L/Min-Pumpe antreiben konnten.
Beim Nebenabtrieb am Verteilergetriebe war eine große 10.000l/Min Pumpe vorgesehen.
Der Vorteil doppelter Pumpen und Antriebe war die 50% Einsatzbereitschaft bei einem ausfallenden Antrieb/Antriebsstrang.

Auf die Hersteller der aktuell verbauten Getriebe bin ich sehr gespannt.
In unterschiedlichen Quellen, alles Referate der Faun-Konstrukteure, werden nur immer ZF-Wandler und ZF-Lastschaltgetriebe genannt, wobei letzteres vier Gangstufen hatte und das direkt angeflanschte Verteilergetriebe nochmals zwei Untersetzungen bot.
Das Sammelgetriebe wurde demnach zweifelsfrei bei Faun entwickelt und auch gefertigt.

Wenn es da häufig Probleme gab, ist es nicht auszuschließen, dass da nachträglich andere Technik eingebaut wurde.

Auf jeden Fall war der Preis für ein Fahrzeug gigantisch, im Schnitt immerhin 1,3Mil DM bei den Frankfurtern.
Preis für das ZF-Lastschaltgetriebe: 100.000 DM
Preis für einen 1000 PS V10 Mercedes-Benz-Motor: 200.000 DM
die Deutz-Motoren mit allen Extras waren in der Summe bestimmt auch nicht viel billiger.

Unerträglich, dass das aktuell alles nur noch nach Schrottwert berechnet wird.

Hendrik, zieh beim nächsten Besuch mal den Blaumann über und erforsche das Innenleben der Giganten!

Viele Grüße
Ralf
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040 — Direktlink
11.09.2009, 09:40 Uhr
Holsti1



Moin,
die Faun Flkfz 8000 der Bundeswehr haben ein sehr ähnliches (gleich) Fahr-und Pumpenantriebsschema. Allerdings mit zwei KHD V8 320PS Motoren. Die Fahrzeuge sind mit 33to ja auch deutlich leichter. Da ich beruflich jeden zweiten Tag mit den Fahrzeugen zu tun habe könnte ich alle technischen Details in Erfahrung bringen. Vieleicht wäre ein Aufbau auf ein 8000er Fahrgestell möglich. Die werden nach und nach durch die Z8er ersetzt und es werden lange nicht alle insw Ausland verschickt. In Nordholz zb steht einer ungenutzt rum.
Gruß Holger
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041 — Direktlink
27.09.2010, 16:06 Uhr
cyber-alf



hallo,

nach den traurigen Bildern aus dem Eingangsposting sollt ihr erfahren, dass der Faun GFLF 6/18-2 im Technik Museum Speyer seinem Sterben durch die an ihm nagenden Natureinflüsse entgangen ist :-)

So kam er am 22.10.2003 in Speyer an und musste leider aufgrund von mangelnder überdachter Standfläche seinen Platz im Freigelände einnehmen. Aufgrund seines betagten Alters war das leider nicht die beste Lösung....aber immer noch besser als still auf einem Schrottplatz zu sterben oder einem Schredder gefüttert zu werden.





Vielleicht hat der ein oder andere festgstellt, dass der GFLF ab Mitte 2009 noch ein wenig anfing, auf dem Gelände herumzuwandern und letztendlich von der Bildfläche verschwunden war. Das aus einem erfreulichen Grund :-) .... to be continued

Gruß

cyber-alf

Dieser Post wurde am 27.09.2010 um 16:26 Uhr von cyber-alf editiert.
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042 — Direktlink
28.09.2010, 10:45 Uhr
cyber-alf



....so, weiter geht's. Von der Bildfläche verschwunden (Freigelände) war er dann letztendlich, da er zur Überholung in die Werkstatt geschleppt wurde. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, hatte der Zahn der Zeit schon mächtig genagt am GFLF. Nach 6 Jahren Freigelände war die letzte Lackierung natürlich nicht mehr ganz frisch....darunter befand sich aber auch schon eine respektable Menge an Spachtelmasse. Viele Außenbleche mussten rausgeschnitten werden und durch neue hanangepasste Bleche ersetzt werden. Am Heck kann man gut erkennen, das auch der Gitterrohrrahmen hinten sehr wüst aussah. Hier wurde natürlich Material aufgeschweisst damit die neuen Bleche aufgebracht werden konnten. Also diese tiefen Wunden hat der GFLF aber schon bei seiner Anlieferung gehabt....+ 5 Jahre Stand im Freien - sah schon wüst aus. Aber man sollte auch bedenken, das dieses Fahrzeug 1970 gebaut wurde....das sind stolze 40 Jahre ! :-). So, jetzt ein paar Bilder von der Überholung:















und wie er heute aussieht ?? kommt noch :-)
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043 — Direktlink
28.09.2010, 17:01 Uhr
torquemaster



Hallo,
Klasse, dass dieses Urviech wieder hergerichtet wird!! Ganz toll!!

Wird der nur "optisch" aufgerüscht oder gar wieder fahr- oder noch besser einsatzbereit gemacht??

Sebastian

P. S.: Ich hätte dann gerne noch ein Soundfile oder noch besser ein aussagekräftiges Einsatzvideo
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044 — Direktlink
28.09.2010, 21:34 Uhr
cyber-alf



es beschränkt sich leider auf die Optik....morgen geht es weiter :-)

fahrbereit machen.......wer soll das bezahlen ?

...der arme Kerl ist zuletzt in Saarbrücken im Einsatz gewesen --> was haben die mit dem Motor gemacht ?

...aber die Bildzeitung weiss ja Bescheid ;-)
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045 — Direktlink
28.09.2010, 21:41 Uhr
torquemaster



Na ja, man wird ja träumen dürfen

Aber nix für ungut: ich find's trotzdem toll, das das Trumm der Nachwelt zumindest als Anschauungsobjekt erhalten bleibt und bin auf das Ergebnis der Aufarbeitung gespannt!!
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046 — Direktlink
29.09.2010, 09:16 Uhr
cyber-alf



....so, weiter geht's :-) --> auf dem Bild kann man erkennen, wo die Reise hingehen soll mit der Farbgebung des GFLF 6/18-2


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047 — Direktlink
29.09.2010, 11:01 Uhr
Reinhard Merlau



Hallo Leute,
das sieht ja enorm viel versprechend aus. Der alte FAUN wird also wieder rubinrot RAL 3003. Gerne kann ich Vorbildfotos bereit stellen, damit die Lackierung voll in die Zeit der Siebziger Jahre passt - mit der alten FAG Beschriftung. Das wäre der Hammer ! Wenn man dann noch einen Motor von Leo 2 finden würde, den man leicht modifiziert und gedrosselt in den "Tanzsaal" am Heck einsetzen könnte, wäre das großartig. Ich habe seinerzeit beim Verteidigungsministerium nachgefragt, ob ich einen alten Leo Motor bekommen kann, doch da wurde mir mitgeteilt, dass dieser unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt und nicht für diese Zwecke abgegeben werden darf. Leider hatte der alte Originalmotor einen Wasserschaden und auch die Kfz Werkstatt am Flughafen Frankfurt, zu der wir den Original Motor MB 838 2869 Ea 500 gebracht hatten, musste passen und konnte ihn nicht mehr instand setzen. Das Fahrgestell hatte die Nr. 2241/0503. Ich halte mal weiter die Augen auf. Es werden ja wieder jede Menge alter Großfahrzeuge angeboten.
Nur - eines müsste ja dann wirklich geschehen. Das Schmuckstück darf dann nicht mehr im Freien stehen. Dafür brauchen wir einen Pavillon oder eine gut belüftete Großvitrine.
Grüße
Reinhard
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29.09.2010, 11:41 Uhr
cyber-alf



hallo Herr Merlau,

Volltreffer :-)

den letzten Kontakt hatten wir beide vor ca.7 Jahren :-) ...kurz bevor wir den Dicken aus Hohenlockstedt abholen ließen per Spedition......ja, sie haben es richtig erkannt, dass "back to the seventies". Die Lackierung passt (bis auf ein paar Kleinigkeiten) auf die Siebziger.....sie hatten mir damals freundlicherweise ihr Buch zukommen lassen....das war ausreichend als Vorlage. Diese Lackierung dürfte den meisten Fans der GFLF besser gefallen (mir übrigens auch) als der Ral 3024 Leuchtrot.

Beschriftungen trägt er noch keine...da wollte ich noch mit Frankfurt Rücksprache halten, nicht dass es da eventuell Ärger gibt. Hätten sie da eventuell einen Ansprechpartner für mich um so etwas abzuklären ? (geplant ist/war das alte FAG Logo). Die Lackierung ist auch keine Hightech Lackierung mit superfeiner Oberfläche, aber das Ergebnis kann sich trotzdem allemal sehen lassen.

ach so, fast vergessen .....ja, natürlich steht er ab jetzt in der Halle, sonst hätten wir uns die ganze Arbeit sparen können. Geht ein bisschen eng zu um ihn herum....ist eben ein 12 Meter Monstrum und somit eines der größten Fahrzeuge in der Halle

Bilder folgen im nächsten Post
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049 — Direktlink
29.09.2010, 12:21 Uhr
Reinhard Merlau



Hallo,
super. Wegen der Beschriftung kümmere ich mich und melde mich. Bitte mal direkten e-mail Kontakt dazu aufnehmen. reinhard@merlau.de
Viele Grüße
Reinhard Merlau
--
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