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Hansebubeforum » Krane und Schwerlast historisch » Spuraggregate (Schmitz, und andere) » Threadansicht

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050 — Direktlink
05.01.2017, 17:44 Uhr
Ralf Neumann

Avatar von Ralf Neumann


Zitat:
Hendrik postete
Falls Ralf Neumann hier mitliest: Der Oberwagen-Heckteiltransporter des TOENSE MK 600 war ebenfalls ein TANG mit Dreiachs-Spuraggregat. Eventuell kannst Du ein Bild beisteuern und einstellen? Ich habe nur eine grottige Kopie aus einem LAO Katalog, auf der man den Trailer auch nicht ganz sieht.

gruss hendrik

Na klar tue ich das , denn das ist ein sehr spannendes Thema und ich bin echt erstaunt darüber, wie sich die Diskussion und das zusammentargen von Info´s entwickelt hat!

Mein unbedeutender und bescheidener Beitrag dazu !




--
Gruß
Ralf Neumann

Das (C) der veröffentlichten Bilder liegt bei mir.

Ironie & Sarkasmus helfen mir zuweilen die Dummheit anderer zu ertragen.
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051 — Direktlink
05.01.2017, 19:28 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik

Ganz klasse Ralf....allerbesten Dank dafür!

gruss hendrik
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052 — Direktlink
05.01.2017, 20:24 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik

Anfang der 70-er Jahre hatte Schmitz hatte eine kleine Serie von teleskopierbaren Schwerlastanhängern hergestellt, die zwei Drehkränze pro Spuraggregat aufwiesen. Ein Meister, wer dieses fahrtechnisch beherrschte! 3 dieser Fahrzeuge sind mir bekannt; ich wüsste zu gerne, ob a) es noch mehr gibt, und b) was mit dem Thömen passiert ist.

Der Thömen 6-Achs Anhänger (15 t Achslast bei 20 km/h, also 90 t!) ist hier bereits ausgezeichnet vorgestellt worden:

http://www.hansebubeforum.de/showtopic.php?threadid=18683&pagenum=25#537857


Dann habe ich im Jahr 2005 einen Schmitz in Polen entdeckt, den ich leider viel zu mangelhaft fotografiert habe. Wo der wohl ursprünglich lief?








In Braunschweig steht seit vielen Jahren ein Auflieger von NW-K (Nordwest Kraftverkehr) aus Hannover. Der ist leider völlig hinüber; es wäre ein schönes Restaurations-Objekt:




Anhand der Bilder vom Thömen und vom NW-K kann man die Funktionsweise des doppelten Drehkranzes erklären.
Das soll hier im Folgenden geschehen.

gruss hendrik

Dieser Post wurde am 06.01.2017 um 17:00 Uhr von Hendrik editiert.
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053 — Direktlink
05.01.2017, 22:41 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik

Der Thömen-Anhänger hatte vorne einen doppelten Drehkranz, damit das Dreiachsaggregat beim Eindrehen in die Kurve nicht radiert. Ohne Doppeldrehkranz wären saubere Kurvenfahrten nicht möglich.

Die Deichsel greift an einem Zwischenrahmen an, der bei Kurvenfahrt a) unter der Brücke wegdreht, und b) die Achsen verstellt. Erst wenn Achse 1 und 3 durch Verdrehen des Zwischenrahmens verstellt sind, kann die Kurvenfahrt des 3-Achsaggregats beginnen und der gesamte 3-Achs-Drehschemel folgt dann dem eingedrehten Zwischenrahmen und somit der Zugmaschine. Die erste Achse hat hier einen Dreieckslenker, und nicht wie bei den anderen Schmitz-3-Achsern, die dicken Parallelogrammstangen.

Mit Hilfe dieses Doppeldrehkranzes und des Zwischenrahmens wird es sogar möglich, rückwärts zu fahren und auch rückwärts zu lenken. Man darf die Lenkwinkel nur nicht zu gross werden lassen, denn wenn das Achsaggregat einmal "durchgegangen" ist bei Rückwärtsfahrt, lässt es sich kaum wieder sauber einfangen. Der untere Drehkranz kann pneumatisch verriegelt werden, sollte es bei Rückwärtsfahrt notwendig werden. Allerdings dürfte es bei voller Beladung (45 t!) nicht möglich sein, die 3 Achsen im gesperrten Zustand um die Kurve zu kriegen.


Zitat:
Carsten Manner postete





Dieser Post wurde am 05.01.2017 um 22:45 Uhr von Hendrik editiert.
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054 — Direktlink
05.01.2017, 23:54 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik

Der Thömen-Anhänger sowie der NWK Auflieger hatten eine elektrohydraulische Nachlenkung für das Hinterachsaggregat. Daher hatten auch diese Hinterachsaggregate einen Doppeldrehkranz und einen Zwischenrahmen. Aber wie funktioniert das genau?

Im Normalfall ist der hintere Zwischenrahmen verriegelt mit der Brücke, der obere Drehkranz ist tot, und nur der untere Drehkranz ist aktiviert. Bei Vorwärtsfahrt funktioniert die Lenkung einwandfrei, beim Eindrehen der Brücke verstellen sich die Achsen und das Aggregat lenkt ein. Allerdings funktioniert das bei Rückfährtsfahrt überhaupt nicht. Schwenkt man beispielsweise nach rechts, gehen die Achsen nach links. Nur sehr, sehr geübte Fahrer konnten das Aggregat bei Rückwärtsfahrt überlisten, indem sie absichtlich erst in die falsche Richtung lenkten, um die Achsen in die richtige Richtung zu kriegen (Georg/Hebelzupfer hat das mal hier beschrieben), und dann den Wagen haben "laufen lassen"...allerdings war das sehr selten und Lenkkorrekturen konnte man dann kaum mehr ausführen.

Die Schmitz-Schwerlastanhänger hatten hinten eine elektrohydraulische Schwenkvorrichtung des Zwischentischs/Zwischenrahmen, mit der bei Rückwärtsfahrt die Achsen verstellt werden konnten. Dazu wurde der Zwischenrahmen von der Brücke entriegelt und mittels eines Hebelmechanismus verstellt. Somit verdrehte sich der Zwischenrahmen gegenüber der Brücke (oberer Drehkranz) und gegenüber dem Dreiachsaggregat (unterer Drehkranz). Dadurch wurden Achse 1 und Achse 3 schräg gestellt (und zwar gegensinnig), da sie ja mittels Lenkern am Zwischenrahmen angelenkt waren. Jetzt, da Achse 1 und 3 schräg gestellt waren, ging das 3-Achs-Aggregat auf eine Kreisbahn, solange, bis Lenkkorrekturen am Zwischenrahmen durchgeführt wurden.

Auf diesem Bild sieht man den Thömen-Anhänger bei Rückwärtsfahrt und eingeschlagenem Hinterachsaggregat. Ich gehe fest davon aus, dass es Rückwärtsfahrt ist, denn auf der Strasse sind noch keine Spuren:


Zitat:
Carsten Manner postete


Dieser Post wurde am 06.01.2017 um 13:57 Uhr von Hendrik editiert.
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055 — Direktlink
06.01.2017, 08:14 Uhr
piet

Avatar von piet

Da habe ich noch was gefunden!

Broshuis 3AOU-14.22 von 1981 mit Tang spuraggregat im dienst bei Mumbach.





Piet.
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06.01.2017, 13:10 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik

Hier nochmal Bilder vom schweren NW-K Schmitz Auflieger. Er hat 3 x 13 t Achsen von ESPE.






Diese 2 Bilder hier zeigen den Lenkrahmen, der momentan mit der Brücke verriegelt ist, sowie die Anlenkung der 1. Achse mit den grossen Längslenkern:






Dieses Bild zeigt nochmal den Lenkrahmen mit dem Doppeldrehkranz. Es sieht so aus, als wäre der hintere Teil des Lenkrahmens auf Höhe des Drehkranzes abgebrochen, aber ich bin nicht sicher:




Dieses Bild zeigt den Lenkrahmen mit der ersten Schwinge. Unten sieht man den Dreieckslenker für die Mittelachse:




Und hier die Lenkverstellung. Ich denke jedenfalls, dass es die Lenkverstellung für den Lenkrahmen ist. Eventuell ist es auch nur ein Winkelgeber für die Elektrik, aber ich weiss es nicht. Was ich nicht einordnen kann, ist dieser massive dicke Zapfen am Lenkrahmen. Als ob da eine richtig dicke Zug-/Schubstange eingehängt werden kann, allerdings wundern mich die Dimensionen doch sehr (wie gesagt, der Lenkrahmen dient "nur" dazu, Achse 1 und 3 zu verstellen, was allerdings bei 13 t Achsdruck natürlich auch schon schwer ist. Aber die Kräfte sind dennoch überschaubar). Da bleiben also noch ein paar Fragezeichen:




Nochmal die Lenkverstellung und die hintere Ausgleichsschwinge. Unten der Dreieckslenker für die 3. Achse. Durch die Verschwenkung des Lenkrahmens verschiebt sich der Anlenkpunkt des Dreieckslenkers und die Achse stellt sich schräg:




Hier nochmal das ESPE Rad:


Dieser Post wurde am 11.01.2017 um 21:35 Uhr von Hendrik editiert.
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057 — Direktlink
06.01.2017, 15:27 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik

Der Schmitz Trailer in Polen hatte auch einen Zwischenrahmen am 3-Achs-Aggregat; verriegelt mit der Brücke. Allerdings habe ich dort keine Verstellmöglichkeit entdeckt:



gruss hendrik
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058 — Direktlink
09.01.2017, 15:44 Uhr
piet

Avatar von piet

Sehr zum Leidwesen meiner Frau, werfe ich fast nichts weg was Dokumentation angeht.
Und jetzt freut mir das sehr…….



Piet.
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09.01.2017, 15:55 Uhr
Ch. Romann



Hallo Piet,

finde ich auch: lieber mal was zu viel aufgehoben!
--
Viele Grüße aus Südhessen
von Christoph

... fünf Leben langen nicht für dieses Hobby ...

Copyright der Bilder liegt, wenn nicht anders genannt, bei mir.
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060 — Direktlink
11.01.2017, 11:39 Uhr
piet

Avatar von piet

Hendrik wo bist du????

Ich habe wieder was ausgegraben……

Prospekt mit alle derzeit verfügbare Achsaggregate.







Und diese Bild wird Hendrik freuen, da man hier die Erklärung von Typenbezeichnung lesen kann!



Piet.
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11.01.2017, 15:03 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik

Piet, you are my hero, and you know it very well!!!!!

Thumbs up!!!
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062 — Direktlink
11.01.2017, 15:06 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik


Zitat:
piet postete

Piet,

Hast Du ein Bild mit der Stückliste (parts list)....mich würden die einzelnen korrekten Bauteilbezeichnungen interessieren.

Danke für Dein Material hier.

TANG ist ja noch 1000 mal geiler, als ich überhaupt gedacht habe.

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063 — Direktlink
12.01.2017, 07:38 Uhr
piet

Avatar von piet


Zitat:
Hendrik postete
Hast Du ein Bild mit der Stückliste

Klar habe ich die, werde ich hier mal posten.

Piet.
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13.01.2017, 09:28 Uhr
piet

Avatar von piet

So:
Damit Hendrik wieder richtig schlafen kann….



Piet.
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13.01.2017, 12:15 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik


Zitat:
piet postete Damit Hendrik wieder richtig schlafen kann….

Ja, das hilft....das ist quasi wie Sex...

gruss hendrik
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066 — Direktlink
13.01.2017, 22:35 Uhr
ulrich



Hatten wir schon die Patentanmeldung des 2-Achs-Spuraggregat von Tang Fahrzeugbau verlinkt ?

In der Anmeldung DE 1555525 A1 von 1966 schlicht "Doppelachsaggregat für Kraftfahrzeuganhänger" genannt.

https://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/originalDocument?CC=DE&NR=1555525A1&KC=A1&FT=D&ND=3&date=19700604&DB=&locale=en_EP#

https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/depatisnet?action=bibdat&docid=DE000001555525A


Gruss
Ulrich
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067 — Direktlink
13.01.2017, 23:11 Uhr
ulrich



Ein US-amerikanischer Spurläufer, ...
1955 von P. G. Drong als "Self-steering tandem bogie" angemeldet:

http://www.google.com/patents/US2954985

https://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/originalDocument?CC=US&NR=2954985A&KC=A&FT=D&ND=3&date=19601004&DB=EPODOC&locale=en_EP#


Gruss
Ulrich
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