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Hansebubeforum » Krane und Schwerlast historisch » Demag TC 3600 (Quicklifter) » Threadansicht

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025 — Direktlink
05.12.2011, 15:26 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik


Zitat:
Den Bilder nach gibt erst der linke Obergurt am Gegenausleger im Bereich der Firmenbeschriftung nach......Dann reisst der rechte Untergurt.

Ich denke nicht, daß die Bilder diese Reihenfolge hergeben.....es könnte genausogut umgekehrt sein.

gruß hendrik
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026 — Direktlink
05.12.2011, 16:50 Uhr
Sebastian Suchanek
Admin
Avatar von Sebastian Suchanek


Zitat:
Hendrik postete

Zitat:
Den Bilder nach gibt erst der linke Obergurt am Gegenausleger im Bereich der Firmenbeschriftung nach......Dann reisst der rechte Untergurt.

Ich denke nicht, daß die Bilder diese Reihenfolge hergeben.....es könnte genausogut umgekehrt sein.

Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich sogar sagen, daß es andersherum war: Auf dem ersten Unfallbild meine ich bereits, an der Bruch-/Riß-Stelle im rechten Untergurt einen leichten Versatz oder Riß erkennen zu können, während das Firmenschild am linken Obergurt noch unversehrt aussieht.
Das ist jetzt insgesamt aber schon sehr spekulativ. Wie Hendrik schon sagt: Die Bilder geben in dieser Beziehung nichts wirklich eindeutiges her.


Tschüs,

Sebastian
--
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05.12.2011, 17:01 Uhr
jochen75



Moin
Wieso hängt der Schwebeballast eigentlich beim ersten Unfallbild scho so weit achteraus aus dem Schwerpunkt?
--
Gruß aus Bad Beers
http://www.ortsfeuerwehr-badbederkesa.de
http://www.vzehb.de/
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05.12.2011, 17:13 Uhr
Michael L

Avatar von Michael L


Zitat:
jochen75 postete
Moin
Wieso hängt der Schwebeballast eigentlich beim ersten Unfallbild scho so weit achteraus aus dem Schwerpunkt?

Weil es da schon "knack" gemacht hatte.
Schau mal auf die Seile die zur Hakenflasche gehen.....sind schon nicht mehr senkrecht.....zu diesem Zeitpunkt hatte schon irgend etwas nachgegeben!
--
Grüße aus Süddeutschland

Copyright der Bilder liegt bei mir!
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029 — Direktlink
05.12.2011, 17:23 Uhr
jochen75




Zitat:
Michael L postete

Zitat:
jochen75 postete
Moin
Wieso hängt der Schwebeballast eigentlich beim ersten Unfallbild scho so weit achteraus aus dem Schwerpunkt?

Weil es da schon "knack" gemacht hatte.
Schau mal auf die Seile die zur Hakenflasche gehen.....sind schon nicht mehr senkrecht.....zu diesem Zeitpunkt hatte schon irgend etwas nachgegeben!

Hast recht ! Meiner Meinung nach hat sich aber am Derrickmast noch nix geändert!Naja sind aber so auch nicht genug Infos dazu.
Ist da eigentlich mal der Versagensgrund herausgefunden worden?
--
Gruß aus Bad Beers
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05.12.2011, 17:28 Uhr
der Bjoern




Zitat:
Sebastian Suchanek postete

Zitat:
Hendrik postete

Zitat:
Den Bilder nach gibt erst der linke Obergurt am Gegenausleger im Bereich der Firmenbeschriftung nach......Dann reisst der rechte Untergurt.

Ich denke nicht, daß die Bilder diese Reihenfolge hergeben.....es könnte genausogut umgekehrt sein.

Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich sogar sagen, daß es andersherum war: Auf dem ersten Unfallbild meine ich bereits, an der Bruch-/Riß-Stelle im rechten Untergurt einen leichten Versatz oder Riß erkennen zu können, während das Firmenschild am linken Obergurt noch unversehrt aussieht.
Das ist jetzt insgesamt aber schon sehr spekulativ. Wie Hendrik schon sagt: Die Bilder geben in dieser Beziehung nichts wirklich eindeutiges her.


Tschüs,

Sebastian

Mmh,

ihr habt recht, ich war mir unsicher, da das Bild in dem Bereich nicht so scharf ist.

mfG

Björn
--
Viele Grüße aus dem Marburger Land

Dieser Post wurde am 05.12.2011 um 17:29 Uhr von der Bjoern editiert.
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031 — Direktlink
05.12.2011, 17:54 Uhr
Christoph Kriegel




Zitat:
mdkran postete

Zitat:
wesercrack postete
Ich hab ein Video davon

Ich habe das Video auch mal gesehen (ich denke mal es gibt nur das eine, war im TV auch zu sehen, von der anderen Kanalseite?!), seit dem suche ich das im Netz ohne Erfolg. Stell es doch bei Youtube ein; das interessiert sicher einige.


Es gibt mind. 3 verschiedene Videos, irgendwo habe ich noch eine Kasette mit dem Zusammenschnitt... das geht vom Unfall bis zum eintreffen der Feuerwehr und nachher noch mal aus 2 anderen Blickwinkeln inkl. Interview.

Leider hat das damals schon eine schlechte Qualität gehabt...
--
Gruß

Christoph
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032 — Direktlink
05.12.2011, 19:18 Uhr
Schmidti




Zitat:
der Bjoern postete
Es wäre interessant zu wissen, welche hydraulischen Bauteile an dieser Stelle sitzen!

Hab schon geguckt, aber nichts gefunden. Knapp über der Stelle befand sich eine silbrige Box, die aber nicht essentiell sein kann, weil sie auf sehr frühen und auf deutlich späteren Bildern nicht da ist.


Zitat:
...Da die kräftigen Hydraulikzylinder, welche den Gegenausleger aufrichten und auch abstützen, kräftig genug sind, gibt der Gegenausleger ein Stück oberhalb der Zylinder nach...

Ich kann mir das auch genau andersrum vorstellen. Dass nämlich (durch einen Hydraulikschaden?) der linke Zylinder nachgegeben hat (der rechte aber stabil blieb) und sich das ganze Mastsystem in Bewegung gesetzt hat. Dann wäre auch klar, warum der Derrick genau da gebrochen ist (vorne links / hinten rechts) und warum alles nach links übergekippt ist. Falls der Zylinder zusammengeschoben wird und am Anschlag ankommt, zerreists den Derrick natürlich erst so richtig. Nur mal so als zweite Idee...
So Hydraulikschäden dürfen eigentlich nicht vorkommen. An Telekranen gibt es spezielle Sicherheitsventile direkt am Zylinder, oder?

Hier und insbesondere hier ist schonmal über das Thema diskutiert worden.

Ganz so schräg hängt der Ballast auf dem ersten Bild übrigens nicht, wie man zuerst meinen könnte. Die Kamera verzerrt recht deutlich, was man z.B. am Hakenseil des Schwanzkranes sehen kann. Deswegen hängt der Ballast im ersten Bild noch fast senkrecht.

Alles Gute
Schmidti
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033 — Direktlink
05.12.2011, 21:09 Uhr
Ralf ER



Kann jemand sagen ob der Kran damals mit dem maximalen Gegengewicht gearbeitet hat oder sogar mehr weil auf den gelb lackierten Gewichten liegt ja noch etwas in anderen Farbe drauf...

mfg Ralf
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034 — Direktlink
05.12.2011, 21:32 Uhr
CraneWatch




Zitat:
percheron postete
...
Eine sehr interessante Fotoabfolge.

Edit: Und bitte jetzt nicht wieder eine Diskussion anfangen!

Wahrlich ... höchstinteressante Fotos !!! Vielen Dank dafür !

Aber Deine Bitte hättest Du wohl doch zehnmal so groß und farblich abgesetzt schreiben sollen ...

Dieser Post wurde am 05.12.2011 um 21:32 Uhr von CraneWatch editiert.
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035 — Direktlink
05.12.2011, 21:47 Uhr
Victor

Avatar von Victor

Und plötzlich tauchen im Holländischen Forum Bilder auf von eines der früheren Ereignisse, in Groningen
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036 — Direktlink
05.12.2011, 21:47 Uhr
Sebastian Suchanek
Admin
Avatar von Sebastian Suchanek


Zitat:
Hendrik postete
Der Schwebeballast hätte also sicher noch etwas massiver ausfallen dürfen.....obwohl da ja schon kunstvoll irgendwelche Betonfundamente obendrauf gestapelt wurden. Was ich nicht ganz verstehe ist, daß der Schwebeballast so mordsmäßig weit oben hängt.

Wenn wir schon beim Schwebeballast sind: Wie wurde da eigentlich beim Quicklifter die "Schwebehöhe" reguliert? Durch Neigen des Derrickmasts? D.h., das müßten dann im Prinzip die beiden fetten Hydraulikzylinder zwischen "Oberwagen" und Derrickmast übernehmen?


Tschüs,

Sebastian
--
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037 — Direktlink
05.12.2011, 21:56 Uhr
wesercrack



Zum Unfall hat der Kranführer gesagt: Plötzlich ging der Ausleger mit der Last weg...
Der Schwebeballast betrug 550 t ( Aussage im Film ) und der kam hoch wie am Gummiband gezogen und dann brach irgendwann das Ganze auseinander.
Ein Kranbetreiber, der selbst Großkrane betrieben hat, hat bereits vor dem Unfall zum Qicklifter geäußert: Ein kran ohne eigenen Ballast ist nichts.

Hans

Dieser Post wurde am 05.12.2011 um 22:01 Uhr von wesercrack editiert.
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038 — Direktlink
05.12.2011, 22:29 Uhr
Schmidti




Zitat:
Sebastian Suchanek postete
Wie wurde da eigentlich beim Quicklifter die "Schwebehöhe" reguliert? Durch Neigen des Derrickmasts? D.h., das müßten dann im Prinzip die beiden fetten Hydraulikzylinder zwischen "Oberwagen" und Derrickmast übernehmen?

Definitiv! Sonst war da nichts und über die Laschen wurden die Zylinder auch wohl (fast) nie verbolzt. Bei dem Job in Essen (TBM) z.B. hatte der linke Zylinder gar keine Lasche. Also musse wirklich alle Kräfte von der Hydraulik übernommen worden sein.

Die Kräfte in dem Bereich sind enorm. Hab den Quicklifter zweimal aus LEGO nachgebaut und sehr eindrucksvoll gemerkt, wie unglaublich stabil man diesen Bereich auslegen muss, damit das Gesamtsystem stehen bleibt. Das ist ein recht labiles Gleichgewicht, was nur von den (geometrisch) kleinen Zylindern gehalten wird.

Schmidti
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039 — Direktlink
06.12.2011, 07:48 Uhr
Menzitowoc

Avatar von Menzitowoc

Hallo Sebastian,

bei der Montage des TC 3600 Quicklifter wurde der Derrick-Ballast sicher über die Hydraulikzylinder angehoben, aber im Betrieb konnte bestimmt nicht nachgestellt werden. Bei den damals üblichen Derrickkonstruktionen waren die Seillängen ja auch komplett fix. Ein Neigen - in welche Richtung auch immer - gegenüber der definierten Betriebsstellung hätte ja das Gegenmoment verändert.

Was mir aber so beim Nachdenken nicht mehr klar ist und gegen meine obige Argumentation spricht:
Ohne Last am Haken - also kein Nutzlastmoment nach vorne - müßte sich doch das gesamte Gegenmomnet auf den Stützen abstützen oder der Kran muß etwas nach hinten wegkippen. Also müßte dann doch mit Absetzen der Last ganz schnell mit den Hydraulikzylindern nachgegeben werden, damit sich der Ballast schnell genug auf dem Boden absetzen kann un der Kran eben nicht kippt.

Die (ursprünglich?) vorhandenen Langlöcher hätten dann wohl genau diese kleine Winkelbewegung zugelassen aber den Oberwagen am kompletten wegkippen gehindert. Bei einem Hydraulikdefekt wäre der Oberwagen aber recht heftig in die Langlöcher gefallen.

Die heute üblichen hängenden Hydraulikzylinder bzw. die Zylinder auf der Ballastpallette gab es ja so noch nicht.
Ansonsten wäre Gottwald / DEMAG beim AK630 bzw. TC3600 doch bestimmt einen Schritt weiter gegangen und hätten gleich einen vollvariablen Derrickballast konstruiert, bei dem man den Ballast sehr nahe an den Kran heranziehen könnte - siehe z.B. meine damalige Konstruktionsidee von 1993.
Beim Versalift von Deep South Crane hat man gleich ganz auf die hydraulische Kippfunktion des Oberwagens verzichtet und mußte eben den Ballast mit Hilfskran oben aufstapeln.

Gruß Christoph
--
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040 — Direktlink
06.12.2011, 09:17 Uhr
hans



Bei hubarbeiten mit kurzem gegenausleger hangt die schwebeballast hoch und schwenkt über die stutzen, und hangt damit auch innerhalb die kippkante und kann hangen bleiben.
Bei lange gegenausleger soll man bei jeden hub gegengewicht nach bedarf auf- und abstapeln.
Die winkel zchwischen gegenausleger und oberwagen ist meinenswissens fest, auf: http://www.schwere-brocken.de/Kran_Oldies/Kran_Oldie2/Demag_TC_3600_131.JPG findest du ein bild wo man sehr gut die verbolzungszylinder sehen kann seitlich an die dicke zylinder.

Hans

Dieser Post wurde am 06.12.2011 um 09:17 Uhr von hans editiert.
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041 — Direktlink
06.12.2011, 09:59 Uhr
der Bjoern



Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die beiden Hydraulikzylinder in der Lage sind den Derrickmast mit 550t (oder gerne auch "nur" 400t) aufzurichten; Überschlagt doch mal die nötige Kraft durch die Kinematik und welche Kräfte in den Zylindern auf Kolbenstange & Co einwirken; vom Druck ganz zu schweigen (so groß ist die Fläche auf der Zugseite im Zylinder sicherlich nicht).
Da man aber auch gut erkennen kann, dass der Schwebeballast ausserhalb der Abstützung ist, gehe ich davon aus, dass man die Brücke angehoben hat und dann mit "zunehmendem" Zug den Balast aufgelegt hat. Mit der Last am Haken wären die Hydraulikzylinder natürlich wieder in der Lage den Derrick aufzurichten. Dieser sollte im Hubbetrieb sicherlich mit den Ösen an den Hydraulikzylindern verbolzt werden; wäre dann fixiert. Ohne diese Fixierung (die Hydraulik mal ausser Acht gelassen) könnte man doch sonst gar nicht die Masse des UW und die Abstützung zur Standsicherheit nutzen. Last und Gegengewicht müssten im Gleichgewicht sein. Die einzigen Bauteile, die evtl. Differenzkräfte aufnehmen können, sind die Hydraulikzylinder und deren Verbolzung. Und das man diese Aufgabe im vorliegenden Lastfall nur den Hydraulikzylindern überlässt, kann ich mir nicht vorstellen; vermutlich hatte man die Last gerade am Haken, Gegengewichte aufgelegt und den Derrick aufgerichtet und war kurz davor die Zylinder zu verbolzen, als diese oder einer davon nachgab, "auf den Bock" ging und bei dieser Lastspitze der Derrick nachgab.
Dafür spräche dann auch das von Beginn an austretende Hydrauliköl.

Damit will ich es aber auch gut sein lassen, obwohl es natürlich interessant ist, sich Gedanken dazu zu machen und auszutauschen. Gerade weil offensichtlich auch keiner so genau sagen kann, wie das denn nun beim Quicklifter mit dem Derrick, seinen Zylindern und Gegengewicht funktioniert.
--
Viele Grüße aus dem Marburger Land
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042 — Direktlink
06.12.2011, 11:00 Uhr
Menzitowoc

Avatar von Menzitowoc

Hallo Hans,

bisher war ich auch genau Deiner Ansicht: Es wird immer verbolzt und die Zylinder tragen hydraulisch "nur" den leeren Oberwagen.

Deshalb hat mich Schmidti´s Hinweis, die Zylinder seien so gut wie nie verbolzt, so stutzig gemacht.

Vielleicht hat jemand hier mal definitiv mit eigenen Augen die Montage des Quicklifters mal beobachtet und kann etwas zu den beiden Varianten "Kurzer Oberwagen" und "langer Oberwagen/Derrick" sagen.

Gruß Christoph
--
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043 — Direktlink
06.12.2011, 11:19 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik


Zitat:
der Bjoern postete Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die beiden Hydraulikzylinder in der Lage sind den Derrickmast mit 550t (oder gerne auch "nur" 400t) aufzurichten

Das können sie auch nicht.....sie schafften eigentlich nur die Ballastgrundplatte; so steht's, meine ich, in der Gottwald-Bibel.


Zitat:
Mit der Last am Haken wären die Hydraulikzylinder natürlich wieder in der Lage den Derrick aufzurichten.

Die Hydraulikzylinder brauchen hier nichts aufzurichten....es muß lediglich Öl abgelassen werden, dann richtet sich der Derrick selber auf - vorausgesetzt, das Lastmoment ist größer als das Gegengewichtsmoment, was bei solchen großen Lastfällen eigentlich immer der Fall ist.

Hier in Kiel muß mindestens einer, wenn nicht sogar alle beide Hydraulikzylinder, unbeabsichtigt eingefahren worden sein, so daß der Kran sein Gegengewichtsmoment verlor. Die Kräfte durch das Lastmoment (Hakenlast) wurden so groß, daß der Derrick sogar kollabiert ist.
Möglicherweise sind beim (unbeabsichtigten) Einfahren der Hydraulikzylinder auch sehr gefährliche Schwingungen eingetreten; die schließlich das Material zerstört haben.

gruß hendrik
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044 — Direktlink
06.12.2011, 11:22 Uhr
hans



Sorry, mein antwort hat was gedauert, ich sollte was nachschauen.

So wie man auf der bilderserie gut sehen kan gibt die derrickausleger nach oberhalb das anlenkpunkt der beide zylinder.
Auf die letste bilder kan man auch sehen das das gunze fussstuck der gegenausleger noch in die originale position ist.
Ein bild habe ich selbst (ist nicht von mir, und darf ich nicht posten) von die entladung in der Krefelder hafen wo man das auch gut erkennen kan.
Auf die selbe bilder kan man auch sehen das beide zylinder noch auf der kran sind.

Auch kan man auf der bilder gut erkennen das die hydrauliköl nicht in die nahe der zylinder austretet.
Ich habe auch noch ein bild von der TC 3600 kurz vor der hub, wenn die seile angeslagen werden, dan hangt in der gegengewichtsausleger nür die grundplatte und links und rechts zwei reihen mit ballaststeinen.
Das ist der "startstellung" für diese auslegerlange, das gewicht ist benotigt als ausgleichsgewicht für die lange ausleger.
Dabei hangt die gegengewichtsgrundplatte ung. ein halbe meter uber die boden und sind die beide dicke zylinder ganz eingefahren, also in der verbolzungsposition.
Bei anfang der bilderserie sieht das aus ob das gegengewicht sehr hoch hangt, ich denke das in das moment schon was passiert ist, normalerweise soll das gegengewicht nicht so hoch hängen.
Vielleicht sieht man das auf die oben genannte filmen.

Gruss,
Hans

Dieser Post wurde am 06.12.2011 um 11:24 Uhr von hans editiert.
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045 — Direktlink
06.12.2011, 11:30 Uhr
Hendrik
Moderator
Avatar von Hendrik


Zitat:
Menzitowoc postete Deshalb hat mich Schmidti´s Hinweis, die Zylinder seien so gut wie nie verbolzt, so stutzig gemacht.

In einem (idealen) Gleichgewichtszustand zwischen Hakenlast und Schwebeballast sind die Zylinder kräftefrei.

Natürlich gibt's diesen idealen Zustand so gut wie gar nicht, aber die Zylinder sind dann in der Lage, Differenzkräfte aufzunehmen. Nur überschritten diese Differenzkräfte in Kiel dann endgültig die Limits; durch irgendeine Fehlfunktion.

gruß hendrik
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046 — Direktlink
06.12.2011, 12:37 Uhr
Gast:Kraenchen
Gäste


Oh je, lange lange ist es her mit dem Geschehen in Kiel-Holtenau.
Mir ist eine Aussage bekannt, das angeblich ein Röhrenbruch innerhalb des Auslegerfußstücks zum umfallen geführt hat.
In den Eckstielen des Auslegerfußstücks soll sich, von Außen nicht sichtbar, jeweils noch eine Röhre befinden, wovon eine gebrochen sein soll und der Mast demzufolge sich senkte und die gesamte Konstruktion instabil wurde, zeitgleich war natürlich die Hydraulik sofort völlig überlastet, weil sie schlagartig von Zugbeanspruchung auf Druckbeanspruchung überbelastet wurde und irgendwo hat sich dann das Öl einen Weg aus dem System gesucht.

Diese hier gezeigten Bilder habe ich auch noch nie gesehen und mir kommen wieder Zweifel, ob das mit dem Röhrenbruch stimmt.
Ich tippe nun mal eher auf reines Hydraulikversagen, denn ich kann am Hauptauslegerfußstück keine ungewöhnliche Deformation feststellen, da hätte ja zumindest irgendwas an Röhren einknicken müssen.

Was die Konstruktion angeht zitiere ich mal kurz aus dem Buch GOTTWALD Band 1 von Wolfgang Weinbach;

...Das Herzstück bildetete das Oberwagen-Mittelteil, mit der Rollendrehverbindung, die jedoch gleichsam als Drehdurchführung für die diversen Hydraulikspeisungen der Hubwerkshydraulikmotoren diente. Bei diesem Kran sitzt der 12 Zylinder Mercedes-Benz Motor am Heck vom Unterwagen und ist gleichzeitig für den Kranbetrieb zuständig, ein reinrassiger Einmotorenkran.
Der Kran verfügte über KEINEN langgestreckten Oberwagen, an das kurze Mittelteil war der Windenrahmen gelenkig in Fachwerkkonstruktion angebaut. Der Windenrahmen war dabei bereits Bestandteil des sogenannten "Oberwagen-Schwenkteils". Das Schwenkteil enthielt die beiden Hubwerkswinden und die Einziehwinde.
Der Rollensatz wurde separat aufgebolzt.
Das OW-Schwenkteil wurde für Kranarbeiten mittels zweier Aufrichtezylinder in Position ( Arbeitsstellung ) gebracht.
Die Hydraulikzylinder wurden anschließend überwiegend auf Zugbeanspruchung belastet, somit konnte das patentierte Schwenkteil gleichzeitig die Funktion des hier wegfallenden Aufrichtbockes und des Superliftmastes übernehmen.
An das Rollenkopfende wurde die Ballastgrundplatte hängend angebracht und konnte mittels der Hydraulikzylinder und des OW-Schwenkteils selbstständig angehoben werden.
Auf den jeweiligen Lastfall abgestimmt, wurden auf die Ballastgrundplatte zwischen 140 und 250 tonnen Ballast aufgelegt.
Die Traverse hing dabei während der Schwenkbewegung des Kranteils gerade freischwebend über dem Kranunterwagen...
...1990 wurde vom Hersteller der Ballast auf 300 tonnen, beziehungsweise 500 tonnen in Superliftausführung erhöht...
...Tragfähigkeit ab da an laut Hersteller 750/1000 tonnen.
Eine erhebliche Lastmomentsteigerung wurde durch verlängern des OW-Schwenkteils von der Grundlänge 12 Meter durch einbau eines fünf Meter/10,5 Meter Zwischenstücks auf eine Gesamtlänge von 17 Meter, 22,5 Meter und 27,5 Meter erreicht.
Beispiel: 43 Meter Hauptausleger, 27,5 Meter Schwenkteil, 350 tonnen Traglast auf 24 Meter Ausladung mit 450 tonnen Ballast...

Das ist die Beschreibung zum OW-Schwenkteil und dessen Funktionsweise aus dem Buch, vieleicht hilft es dem ein oder anderen hier zur Verdeutlichung der Arbeitsweise dieses aussergewöhnlichen Krans.
Zur genauen Ursache des Unglücks in Kiel Holtenau steht auch hier keine schlüssige Erklärung, es wird nur geschriben, der Quicklifter kam plötzlich ins wanken.

Welche technische Störung wirklich zum versagen des Krans führte wird wohl anscheinend nur die Firma Franz Bracht wissen und über sowas wird ja bekanntlich gerne das "Tuch des schweigens" ausgebreitet.

Im Gottwald Buch von Wolfgang Weinbach stehen auch viele schöne Bilder vom AK 630/TC 3600.

Die beiden Buchbände sind sehr zu empfehlen und jeden Cent wert.
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047 — Direktlink
06.12.2011, 13:03 Uhr
Menzitowoc

Avatar von Menzitowoc


Zitat:
Hendrik postete

Zitat:
Menzitowoc postete Deshalb hat mich Schmidti´s Hinweis, die Zylinder seien so gut wie nie verbolzt, so stutzig gemacht.

In einem (idealen) Gleichgewichtszustand zwischen Hakenlast und Schwebeballast sind die Zylinder kräftefrei.

Natürlich gibt's diesen idealen Zustand so gut wie gar nicht, aber die Zylinder sind dann in der Lage, Differenzkräfte aufzunehmen. Nur überschritten diese Differenzkräfte in Kiel dann endgültig die Limits; durch irgendeine Fehlfunktion.

gruß hendrik

Hallo Hendrik,

das die Zylinder im Gleichgewichtszustand nahezu kräftefrei sind ist soweit klar; vergleichbar mit dem Gleichgewichtszustand eines normalen Gittermastkrans mit Derrick.

Jedoch herrschen hier in der Diskussion zwei Verständnisse zur arbeitsweise des Quicklifters und insbesondere eben der Aufrichtzylinder:

1.) Die Zylinder sind im Betrieb aktiv und können Bewegungen des vollballastierten Oberwagenschwenkteils ausführen. Dann liegt in den Zylindern natürlich ein Hydraulikdruck an, der den resultierenden Kräften aus Nutzlastmoment und Gegenmoment entspricht.

2.) Die Zylinder richten nur das Oberwagenschwenkteil auf - auch mit der Ballastgrundplatte - und werden dann verbolzt. Dann muß der hydraulische Teil der Zylinder im verbolzten Betriebszustand gar nichts tragen. Die Kräfte laufen alle über das Zylinderaußenrohr. Hydraulikdruck somit im System hier null.

Der Satz aus der Gottwaldbibel

"...Das OW-Schwenkteil wurde für Kranarbeiten mittels zweier Aufrichtezylinder in Position ( Arbeitsstellung ) gebracht.
Die Hydraulikzylinder wurden anschließend überwiegend auf Zugbeanspruchung belastet, somit konnte das patentierte Schwenkteil gleichzeitig die Funktion des hier wegfallenden Aufrichtbockes und des Superliftmastes übernehmen...."


bezieht sich damit wohl auf die unter Punkt 2) genannte Betriebsweise und betrifft nur das Außenrohr des Aufrichtzylinders und nicht die Hydraulik selbst.

Gruß Christoph
--
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06.12.2011, 13:47 Uhr
kerst



Beim http://laskowsky.de/html/autokrane.html gibt es ein Bild des Demag TC2500 von Fahrenholz.
Das Bild des Demag TC2500 musz nach dem Unfall mit dem Quicklifter gemacht sein.

Kerst
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049 — Direktlink
06.12.2011, 15:44 Uhr
Strahler

Avatar von Strahler

Hallo Kerst, hallo Hendrik (und an alle anderen auch),

Ihr beiden liegt völlig richtig, das Foto ist beim Abmarsch von der Holtenauer Baustelle nach dem Unfall entstanden; im Hintergrund sieht man zum einen die Betonstütze der neuen Hochbrücke und li. davon die Rampe der alten, wo das zu Boden gegangene Brückenteil mal angelegen hatte.
Die Auffahrt war z.T. recht steil und hatte einen Linksbogen (von unten gesehen), sodass einige der Brachtschen Ballasttransporter nur mit Vorspann die Steigung bewältigen konnten.

Vllt. gibt's ja noch mehr Bilder; mal sehen, was noch so auftaucht...

Gruß
Strahler
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