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Hansebubeforum » Baustellen » A1 Neubau Rheinbrücke Leverkusen » Threadansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
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18.04.2020, 10:13 Uhr
halve-haan



Hallo zusammen,

ich mache mal ein neues Thema auf und beginne mit einer ganz schlechten und peinlichen Meldung, die im Raum Köln / Leverkusen gerade aufkocht...
Wohl unter dem Thema "Geiz ist geil" oder auch "Qualität made in China", wird es wohl ein paar Verzögerungen mit dem Abriss bzw. Neubau der A1-Rheinquerung bei Leverkusen geben.

https://www.ksta.de/region/miese-qualitaet--leverkusener-bruecke-steht-wegen-stahlstreit-auf-der-kippe-36573206


https://www.ksta.de/region/leverkusen/stadt-leverkusen/-das-ist-eine-katastrophe--leverkusener-a1-bruecke-erst-mehrere-jahre-spaeter-fertig--36573292

An der Brücke wartet seit gut zwei Wochen von SARENS eine CC 3800 mit Superlift auf ihren Einsatz zu besagten Stahlbauteilen. Die Raupe kann wohl wieder abgebaut werden...

Beste Grüße und bleibt gesund!

Wolfgang
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001 — Direktlink
18.04.2020, 10:56 Uhr
halve-haan



Hallo zusammen,
anbei habe ich mir mal die Mühe gemacht und die Titelstory von heute wiederzugeben.

Originaltext der Ksta-Samstagausgabe Köln/Leverkusen vom 18.04.2020:

Leverkusener Brücke steht wegen Stahlstreit auf der Kippe

Land droht Generalunternehmer mit Kündigung – Tüv bemängelt die Bauteile

„Der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke steht auf der Kippe. Das Land erwägt, dem Generalunternehmer Porr AG zu kündigen. Der österreichische Baukonzern, der die Ausschreibung für den 363 Millionen Euro teuren Neubau gewonnen hatte, soll nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ bei den in China gefertigten Stahlbauteilen nicht die für Deutschland üblichen Qualitätsnormen erfüllt haben. Dabei geht es nicht um die Qualität des Stahls, sondern um dessen Verarbeitung in China.

Landesbetrieb verweigert Annahme
Nach Protokollen des TÜV Rheinland, der die Produktion in China überwacht hat, weisen alle 22 Bauteile, die bereits nach Rotterdam und Köln-Niehl verschifft wurden, Mängel auf. Sie können nicht eingebaut werden. Die Mängel seien auf die „teilweise fehlenden Kontrollmöglichkeiten und die unzureichende Eigenüberwachung“ bei der Produktion in China zurückzuführen, heißt es in einer internen Unterlage des Landesbetriebs Straßen NRW, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt und Auszüge aus Inspektionsprotokollen enthält, die der TÜV zwischen Juli und November 2019 in China vorgenommen hat. Der Landesbetrieb hat die „gravierenden Mängel“ offiziell bestätigt. „Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der aktuell laufenden Gespräche mit Porr derzeit keine weiteren Informationen möglich sind“, heißt es wörtlich.
Der Baukonzern Porr weist die Vorwürfe zurück und wirft Straßen NRW seinerseits vor, bei der Projektplanung übersehen zu haben, dass die alte Brücke „massive Asbest-Fundstellen“ aufweise und die Außenbeschichtung PCB-haltig sei. Man habe inzwischen ein neues Abbruchkonzept vorgelegt.
Für zusätzliche Verärgerung hat beim Landesbetrieb Straßen NRW bereits im Dezember 2019 ein Schreiben von Porr gesorgt, das finanzielle Nachforderungen von 250 Millionen Euro bei einer um viereinhalb Jahre verlängerten Bauzeit enthielt. Diese Forderung hat der Konzern nach eigenen Angaben Anfang April aber wieder zurückgezogen, will nun eine „einvernehmliche Lösung, um die Bauzeit zu optimieren und die Verkehrsfreigabe so rasch als möglich zu erreichen“, so Porr-Vorstandschef Karl-Heinz Strauss in einem Brief an das Verkehrsministerium.

Alte Brücke mit Asbest belastet
Ob der Zeitplan für den Brücken-Neubau noch zu halten ist, scheint angesichts der Differenzen unwahrscheinlich. Dem Vernehmen nach bereitet das Land schon eine neue Ausschreibung vor, sollte es zu einer kurzfristigen Kündigung der Verträge mit der Porr AG kommen. Dass die Stahlbauteile noch so nachgebessert werden können, dass sie den deutschen Qualitätsstandards entsprechen, hält man bei Straßen NRW offenbar für ausgeschlossen. Man werde nicht riskieren, dass die Brücke am Ende von den Sicherheitsingenieuren nicht abgenommen wird, sagt ein Experte.“

Soweit der Titelseiten-Bericht im Ksta.

Beste Grüße
Wolfgang
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002 — Direktlink
18.04.2020, 11:37 Uhr
Jens P.



Das erinnert mich irgendwie an den Neubau der Holtenauer Hochbrücke in Kiel.
Abgesehen davon daß der Kipplifter während des Abbruchs den Ausleger abgelegt hat war W&F mit Abstand der günstigste Anbieter.
Die Brückenteile wurden in Südafrika gefertigt. Anscheinend hat man dort mit einem abgebrochenen Zollstock gearbeitet denn die Teile passten überhaupt nicht und waren völlig krumm.
Letztendlich kamen die Brückenteile dann aus dem Saarland und die Brücke wurde mit einer erheblichen Verzögerung fertig. W&F mußte deswegen eine Konventionalstrafe zahlen.

Für das Bauwerk hatte auch die Arge Holzmann, Dywidag und Hochtief geboten. Die Brückenteile sollte die Howaldt Werft in Kiel fertigen. Aber das Konsortium war zu teuer.

Früher hat eine Firma den Auftrag erhalten und wenn Dieser nicht pünktlich fertig wurde gab es Konventionalstrafen. Heutzutage habe ich das Gefühl das bei den Ausschreibungen nicht mehr vernünftig kalkuliert wird. Wenn es nicht passt werden halt Millionen nachgefordert und das Bauwerk Jahre später fertig.
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003 — Direktlink
18.04.2020, 12:13 Uhr
Ralf Neumann

Avatar von Ralf Neumann

Wie billig muss der Schrott eigentlich sein, wenn man den aus China noch mit Profit hierher herankarren kann?

Und warum verschifft man die mit Mängeln behafteten Teile eigentlich erst nach Köln, wenn sie eh nicht verbaut werden können?
War mann der Auffassung, das die Seeeluft das schon richten würde?

Da hatten wohl mal wieder einige nur noch Dollarzeichen im Auge!

Max Becker und Co. als örtliche Wertstoffhändler freuen sich schon!

Es bewahrheitet sich mal wieder eine alte Kaufmannsweisheit:

Wer billig kauft, kauft mindestens zweimal!
--
Gruß
Ralf Neumann

Das (C) der veröffentlichten Bilder liegt bei mir.

Ironie & Sarkasmus helfen mir zuweilen die Dummheit anderer zu ertragen.
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004 — Direktlink
18.04.2020, 12:54 Uhr
sporni



ja,nur noch alles aus China!
weil es nur noch Billiger sein muss!
Die Chinesen wollen halb Europa übernehmen mit Ihren Billiger, Schlechten, Nachgebautes Material!
Und die die Politik ist Schuld: Machen nur noch solche Scheiss Verträge.
Wir haben in Europa sehr gute Unternehmungen mit sehr guten Qualitäten.

Gruss
Marcel
--
sporni
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005 — Direktlink
18.04.2020, 14:11 Uhr
Karl-Heinz



Hallo,
alles irgendwie schon mal da gewesen. ich erinnere mich an den Neubau von The Squaire in Frankfurt. Da wurde auch China-Stahl verbaut und nach Feststellung von Qualitätsmängeln ga es eine längere Bauunterbrechung mit dem Ergebniss der weit verzögerten Eröffung.
Gruß
Karl-Heinz
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006 — Direktlink
18.04.2020, 15:59 Uhr
frank_der_zahnarzt



Die Schweizer machen es cleverer. Bei öffentlichen Ausschreibungen fliegen der günstigste und der teuerste Anbieter gleich aus dem Bieterprozess raus. So wird - hoffentlich - korrekter kalkuliert: weder mit Dumpingpreisen noch mit überteuerten Preisen. Wobei ich nicht weiß, ob es einen Toleranzbereich gibt.
--
VG Frank
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007 — Direktlink
18.04.2020, 16:03 Uhr
frank_der_zahnarzt




Zitat:
Karl-Heinz postete
....Da wurde auch China-Stahl verbaut und nach Feststellung von Qualitätsmängeln ga es eine längere Bauunterbrechung mit dem Ergebniss der weit verzögerten Eröffung.
Gruß
Karl-Heinz

Nicht nur Verzögerungen, der ganze Schmodder musste wieder abgebaut werden. Das betraf den „Ballsaal“ des Hilton im Ostteil.
--
VG Frank
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008 — Direktlink
18.04.2020, 17:17 Uhr
Sebastian Suchanek
Admin
Avatar von Sebastian Suchanek


Zitat:
Jens P. postete
Früher hat eine Firma den Auftrag erhalten und wenn Dieser nicht pünktlich fertig wurde gab es Konventionalstrafen. Heutzutage habe ich das Gefühl das bei den Ausschreibungen nicht mehr vernünftig kalkuliert wird. Wenn es nicht passt werden halt Millionen nachgefordert und das Bauwerk Jahre später fertig.

Das Problem ist vielschichtig. Bei Bauaufträgen der öffentlichen Hand fängt es schon mal damit an, dass die Kosten im Vorfeld gerne kleingerechnet werden, damit man die Baumaßnahme politisch besser verkaufen kann.
Dann geht es damit weiter, dass die öffentliche Hand bei Ausschreibungen von Infrastruturprojekten von Gesetzeswegen her das wirtschaftlich günstiges Angebot nehmen muss. (Zum Nachlesen: Sektorenverordnung.) Das ist an sich sogar sinnvoll (wir wollen ja alle, dass mit unseren Steuergeldern sparsam umgegangen wird), aber während die Sektorenverordnung vorsieht, dass da zum Beispiel Qualitätsaspekte oder auch spätere Unterhaltskosten mit einfließen können, fürchte ich, dass viele Vergabestellen aus Bequemlichkeit einfach den reinen Angebotspreis heranziehen.
Und last but not least hat sich nach meinem Eindruck auch bei den Anbietern bzw. den Lieferanten seit einiger Zeit die Unkultur eingeschlichen, dass man mit einem ziemlich niedrigen Preis anbietet, aber sich schon während des Angebots im Hintergrund "heimlich" zurecht legt, wo man welche "Claims" dem Auftraggeber gegenüber aufmachen kann und die dann schon in die eigenen Einnahmen mit einkalkuliert. Das klappt natürlich umso besser, je unbedarfter der Auftraggeber an die Vergabe herangeht.


Tschüs,

Sebastian
--
Baumaschinen-Modelle.net - Schwerlast-Rhein-Main.de
...von Laien regiert.

Dieser Post wurde am 18.04.2020 um 20:45 Uhr von Sebastian Suchanek editiert.
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009 — Direktlink
18.04.2020, 21:36 Uhr
thomsen



...nicht zu vergessen der Bauskandal um die Erweiterung des Museum Küppersmühle in Duisburg, wo seinerzeit der Rohbau eines Stahlgerüstes nach kriminell schlampig ausgeführten Schweißarbeiten wieder verschrottet werden durfte, und die ausführende Firma Insolvenz anmelden musste. Für Billigpfusch muss ich nicht zwangsäufig in China einkaufen - so was können wir in Schland auch.

Es geht immer nur um Geld.

Gruß Thomsen
--
Wir bauen auf und reissen nieder, so haben wir Arbeit - immer wieder !
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010 — Direktlink
19.04.2020, 08:13 Uhr
BUZ



Zeit und Kosten sind immer ein riesen Thema....

Ein österreischisches Bauunternehmen mit deutschen Wurzeln hat zwischen Schierstein und Niederwalluf die B42a "grundlegend" erneuert.... geschätzte 3 km.
Die alte bestehende Bundesstrasse war aus den 60ern und bestandt aus Beton, recht gute Substanz... schön breit mit betoniertem Randstreifen.

Es wurde beim Neubau auf der Südseite ein breiter, kombinierter Füßgänger-/Fahrradweg drangebastelt, erhöht und durch Randsteine und Leitplanke abgetrennt, das gleiche in schmal auf der Nordseite. Man hatte ja genug Platz

An der Einmündung zur A 66 bzw. nach Frauenstein wurde ein Kreisverkehr hingeklatscht, optisch ein öder Kieselsteinkreis ohne Bepflanzung, aber verkehrstechnisch absolut sinnvoll!

Die gute Bausubstanz der Betonpiste wurde behalten und als Fundament verwendet, die neue Straße wurde um 20-50 cm erhöht.
Es wurden neue Abwasserleitungen verlegt, alle 100 m ein Gullydeckel.

Qualitativ bis heute alles richtig gemacht, aber gebraucht haben die für die Kosmetik gut zwei Jahre!

Nachteile:
bei starkem Regen steht das Wasser nun auf der Südseite am Bordstein zum Radweg 10 cm hoch, weil die Sickerkästen es nicht aufnehmen können. Ganz extrem zwischen dem Kreisverkehr und Niederwalluf. Früher könnte die Brühe schön in den grünen Straßenrand abfliessen.
Durch die "brutale" Abtrennung der Fahrradwege entfallen nun die Parkmöglichkeiten entlang der Bundesstraße beim jährlichen Schiersteiner Hafenfest. Das Chaos durch parkplatzsuchende Fahrzeuge in Schierstein ist perfekt!
90% der Radfahrer nutzen beide Radwege nicht, weil sie lieber am idyllischen Rheinufer entlang fahren!

Aus meiner "laienhaften" Sicht ist die Planung der Straße Murks, hier wollte sich wieder einer verewigen und Lorbeeren ernten... und den Wiesbadener Kämmerern hat es gefallen.
Die BU hat den kalkulierten und vorgegebenen Zeitplan voll ausgenutzt, obwohl sich sehr oft tagelang nichts getan hat auf der Baustelle... auf drei Kilometern war kein Personal zu sehen. Die Bauzeit hätte mit Sicherheit um ein Viertel kürzer sein können.
Im Vergleich dazu, geht es an der Schiersteiner Brücke richtig voran!

Aber nun zurück zum Thema "Leverkusener Rheinbrücke":
das die Behörden nun den Stahlbau verweigern, hat doch den Hintergrund, das man spätere Schäden vermeiden möchte. Aus meiner Sicht völlig legitim!
Bin gespannt, wie es da nun wirklich weiter geht. Ich werde wohl in meinem beruflichen Restleben die Fertigstellung nicht mehr erleben

Und was die Firma Porr angeht, die haben sich in Wiesbaden-Biebrich an der Salzbachtalbrücke auf der A 66 breit gemacht... Abbruch und Neubau...
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Das ist leider einer der Nachteile der sinnvollen EU

Gruß
BUZ
--
das beste was ein Mensch werden kann, ist HESSE!
---------------
www.schwerlast-rhein-main.de
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011 — Direktlink
20.04.2020, 06:38 Uhr
Trimble S8



Wir haben 2018 die Rheinbrücke mit der Firma besichtigen dürfen. In der Brücke waren damals täglich mehrere Prüfingenieure damit beschäftigt Risse im Stahl zu finden, zu schweißen und zu prüfen. Die gesamte Brücke ist im Inneren mit Beschriftungen übersät, da jeder dieser Schritte direkt am jeweiligen Bauteil dokumentiert wird.
Um genau das ausschließen zu können, so wurde bei dieser Führung erklärt, habe man in der Ausschreibung für den Neubau China Stahl ausdrücklich ausgeschlossen. Es dürften nur in Europa produzierte und verarbeitete Stahlteile verwendet werden.

Jetzt also doch Made in China. Schon merkwürdig...
--
Gruß vom Mittelrhein

Thomas
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012 — Direktlink
20.04.2020, 08:16 Uhr
Tobi

Avatar von Tobi

Die Geschichte um chinesischen Stahl für diese Brücke hat 2018 schon für Wirbel gesorgt.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/rheinbruecke-bei-leverkusen-der-schein-skandal-um-baustahl-aus-china/20838382.html?ticket=ST-1427992-msC9IrrL9LYmfvCLbgqq-ap4

Nun hat man die Quittung dafür bekommen. In Dillingen lachen sie sich vermutlich kaputt.
Es ist ein Armutszeugnis, dass sowas in Deutschland und dann auch noch bei einem Prestigeprojekt wie der Leverkusener Brücke passiert.
Ich kann Sebastian bei seinen Erläuterungen aber nur zustimmen, genau so läuft es leider bei vielen kleinen und großen Projekten der öffentlichen Hand.
--
Gruß aus dem Moseltal

Tobi


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Meine genannnten Angaben und Termine sind alle ohne Gewähr!
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013 — Direktlink
21.04.2020, 12:56 Uhr
Stephan
Moderator
Avatar von Stephan

Aus berufenem Munde hab ich mir mal das Folgende erklären lassen …:

- gearbeitet wird so, wie bezahlt wird! Kommt der vereinbarte Abschlag nicht, steht die Baustelle still.

- die Ausschreibungen werden gelesen nach den Details, die da eben genau nicht drin stehen! Wer also gegebenenfalls die Gegend, oder das Gewerk selbst schon kennt, das da ausgeschrieben wird, bekommt eine Blaupause für alle denkbaren Claims vorgelegt …

- die Leute in den Bauämtern, und die Leute in den Baufirmen verfügen über die gleichen Qualifikationen, haben zuweilen an den gleichen Hochschulen ihr Studium absolviert … sollte man meinen …

Die süffisante Antwort darauf: "was glaubst Du denn, warum diese Leute nicht bei uns arbeiten …?"

Nein, man kann und darf natürlich deshalb nicht alles und jeden über einen groben Kamm scheren. Aber das Muster scheint doch inzwischen überdeutlich erkennbar. Auch wenn es im aktuellen Fall ja mal weniger um die Stahlqualität geht, sondern im speziellen um die Qualität der ausgeführten Schweißnähte. Die seien angeblich schon in China vom überwachenden TÜV bemängelt worden …

Bei PORR wundere man sich hingegen über "sehr pingelige" Qualitätsansprüche Seitens der auftraggebenden Landesgesellschaft Straßen NRW und hält gleichzeitig die von eben dieser Behörde ausgestellte Freigabe zur Verschiffung hoch … wenn man jetzt nur mal wüsste, was davon wahr ist, und was davon nur Schein. Und was einfach nur Vorteil bezogene Politik …

Früher gab es mal so genannte "Persil-Scheine". Sowas in der Art gibt es heute auch noch. Damit kann ein öffentlicher Bauherr noch immer wirtschaftlich und zeiteffizient bauen. Wird man wahrscheinlich gar nicht so laut sagen dürfen, daß es sich für den Steuerzahler sehr lohnen kann, wenn man an gewissen politisch-gesetzlichen Vorgaben einfach vorbei baut …


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--
Gruß vom Rhein
Stephan

"Hätten Sie aber können!!!"
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014 — Direktlink
21.04.2020, 20:27 Uhr
KAP

Avatar von KAP

Fakt ist aber, das solche Dinge keine Einzelfälle sind und das sollte einem zu denken geben. Hier wird nicht nur mit anderer Leute Geld gespielt, sondern auch mit deren Leben, und dafür gibt es auch genug Beispiele.
Mit Virenfreien Grüßen
--
Ich wittere Krane bevor ich sie sehe!
Ohne Rast und Ruh, geht es nun dem Ende zu!

Dieser Post wurde am 21.04.2020 um 20:27 Uhr von KAP editiert.
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25.04.2020, 19:16 Uhr
Graf Koks



https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/land-kuendigt-baufirma-leverkusener-bruecke-100.html

..nun ist es amtlich, PORR verliert den Auftrag. Mich macht es immer wieder fassungslos, was nicht wenige Infrastruktur Großprojekte in Deutschland für eine Chaosschleppe hinter sich herziehen, wenn sie denn überhaupt in Angriff genommen werden.
In diesem Fall emfinde ich es als blanken Hohn, das die Stahlbauelemente aus China herangeschafft werden, wo es hier im Land Firmen gibt, die solche Gewerke auch bestens beherschen.
Wem hier welche Verantwortung zugeschrieben wird und ob die Ausschreibungspraxis, oder der Sinn, Unsinn irgendwelcher abgehobener Bauvorschriften mitgewirkt haben, werden die Gerichte klären.
Den Stahlbau in China vorfertigen zu lassen, hätte man schon in den Ausschreibungen zu gunsten der hiesigen Wirtschaft verhindern können.
Einfach nur traurig was hier wieder abläuft

Gruß
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25.04.2020, 19:43 Uhr
Cranespotter



Das ist in Deutschland leider kein Einzelfall.
Ein Beispiel: In Duisburg soll seit Jahren die Überdachung des Hauptbahnhofes erneuert werden.
Die Bahn warb schon mit einer wellenförmigen Konstruktion, die die alte und hochgradig marode Überdachung ersetzen sollte.
Feretigstellung: 2025.
Es hat eine Ausschreibung gegeben, auf die sich meiner Info nach NULL Firmen beworben haben, weil der Kostenrahmen völlig illusorisch sein soll.
Für die von der DB aviesierten Kosten ist der Bau scheinbar undurchfüfbar.
Die Lage ist ähnlich wie in Leverkusen, wird nicht zeitnah gehandelt, drohen hier Gleissperrungen.
Oder Helmpflicht für die Menschen unter der Überdachung.

Immer nur billig, auch bei mir auf der Arbeit in einem Salzbergwerk, Kabelwege nicht mehr aus Edelstahl sondern nur noch aus verzinktem Stahl.
Die kann man nach spätestens drei Jahren auseinanderbröseln.
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