Hansebubeforum
Registrieren || Einloggen || Hilfe/FAQ || Suche || Memberlist || Home || Statistik || Kalender || Staff Willkommen Gast!


Hansebubeforum » Sonstiges » Krane und Spezialfahrzeuge als CAD 3D- Modelle » Threadansicht

Autor Thread - Seiten: [ Erste Seite ] ... [ 7 ] [ 8 ] [ 9 ] -10-
225 — Direktlink
07.09.2022, 10:34 Uhr
thomsen







Apropos ausgefahrener Hydraulikzylinder : Für das Stapeln und anschließende Anheben des Ballastpaketes sind ja bekanntlich vier solche Hubzylinder im Unterwagen des Krans verbaut. Jeder der vier Stempel kann max. 20 t in die Höhe stemmen. Hier sind die Zylinder probeweise ein Stück ausgefahren worden. Oben auf den verchromten Rohren sind entsprechende Aufnahmen für das Arretieren und Zentrieren der Ballastplatten vorhanden. Entsprechende Gegenstücke befinden sich auf der Unterseite von zwei 20 t- Ballastplatten.



Beginnend mit der Basisplatte wird die für die Hubarbeiten benötigte Ballastmenge auf dem Unterwagen gestapelt. Die Basisplatte verfügt - vergleichbar z.B. mit dem LTM 1500 - über zwei Führungen. Diese Führungen verfügen oben über entsprechende Bohrungen, wo sie an den Laschen des Gegengewichts- bzw. Windenrahmens des Oberwagens verbolzt werden. Die beiden Bohrungen sind hierbei ansatzweise als Langloch ausgebildet.



Platte um Platte - oder auch Platten um Platten - werden auf die Führungen der Basisplatte aufgefädelt.



02 von 07
--
Wir bauen auf und reissen nieder, so haben wir Arbeit - immer wieder !

Dieser Post wurde am 07.09.2022 um 11:14 Uhr von thomsen editiert.
Seitenanfang Seitenende
Profil || Private Message || Suche Zitatantwort || Editieren || Löschen || IP
226 — Direktlink
07.09.2022, 10:35 Uhr
thomsen







Entweder habe ich die Schutzabdeckung der Windenhydraulik zu groß gebaut, oder es musste diese Abdeckung auch im wirklichen Leben für das Stapeln der 20t- Platte mit der aufgeschweissten Wippwinde kurzfristig demontiert werden. Die Ketten würden sonst zu ungewollten Kaltverformungen der Schutzabdeckung führen.



Nach dem Auflegen und Sichern der beiden 5t- Klötze mittels Verschraubung kann das Ballastpaket - hier jetzt 80 t schwer - mit den verbauten Hubzylindern auf Höhe gebracht werden. Die kleinen 5t- Klötze wurden für die Rüstarbeiten vermutlich an den gelben Laschen eingeschäkelt. An den größeren Platten können die Haken des Kettengeschirrs an Rundstäben eingepickt werden.



Um auf die vollen 100 t Ballast zu kommen, muss abschließend noch die letzte 20 t- Platte auf den Hubzylindern aufgelegt werden. Diese verfügt an ihrer Unterseite über die selben Aufnahmen wie die Basisplatte, um in genau passender Position auf den Zylinderköpfen abgelegt zu werden.



Nun brauchen die vier Hubzylinder nicht mehr ganz so weit ausgefahren werden, um die untere Ballastplatte mit den vier gelben Laschen mit dem restlichen Ballaststapel zu verbinden und mit Splinten zu sichern. Die gelben Laschen verfügen über praktische Griffe an den Aussenseiten, die obere Bohrung ist hier ebenfalls ansatzweise als Langloch ausgebildet, damit eine händische Montage leicht von statten gehen kann und die Laschen nicht stramm auf die Dornaufnahmen an den Ballastplatten aufgeprügelt werden müssen - und beim Abrüsten des Krans nicht mit der Brechstange heruntergehebelt werden müssen.

03 von 07
--
Wir bauen auf und reissen nieder, so haben wir Arbeit - immer wieder !
Seitenanfang Seitenende
Profil || Private Message || Suche Zitatantwort || Editieren || Löschen || IP
227 — Direktlink
07.09.2022, 10:37 Uhr
thomsen







Zu erkennen ist hier in der Draufsicht die „Schwerlasteinrichtung“, welche für Hübe ab 220 Tonnen seitens KKW vorgeschrieben war / ist. Bekannterweise ist die Angabe des Gewichtes in (metrischen) Tonnen, welches von einem Teleskop- Automobilkran maximal gestemmt werden kann, eigentlich immer nur eine werbewirksame und theoretische Angabe, die nur rein rechnerisch in der Fahrzeugstatik erreicht werden kann. Unter anderem, da diese Last nur bei dermaßen geringer Ausladung (unter 3 m von Mitte RDV ...) gehoben werden könnte, so dass man sich auch die Frage stellen muss, wie ich so viel Gewicht eigentlich so nahe an den Kran bekommen kann... oder umgekehrt den Kran so nahe an der Last aufstellen kann.

Für den normalen Alltag in der Praxis eines Kranbetreibers ist dieser Umstand also zweitrangig - zudem ab einer gewissen Hublastgrenze ja auch eine entsprechende Zusatzausrüstung wie z.B. vielrollige Auslegerköpfe und Unterbauungen der Abstützungen o.ä. gekauft, transportiert, gewartet und bei den Vorbereitungen des Kranstandplatzes eingeplant werden müssen.

Die Unterbauungen der Kranabstützungen - hier in der Form von Traversen und formal durchaus vergleichbar mit den Stütztraversen der großen Gottwald- Gittermastautokrane - sind bei KKW für das (Ab-) Testen des maximalen Lastmoments auf dem Werksgrundstück in Wilhelmshaven augenscheinlich auch gefertigt und eingesetzt worden. Wer auf den Abbildungen im o.a. Buch auf Seite 136 genau hinschaut, der kann auf einem Bild eine Traverse ansatzweise erkennen. Nur - Spekulatius an - verblieben diese Traversen wohl bei Fa. Krupp- Kranbau in Wilhelmshaven und wurden (mangels Bedarf ?) nicht an die jeweiligen Kranbetreiber ausgeliefert. Wenn ich hier falsch liege - bitte Rückmeldung !







Für den Einsatz bzw. die Verwendung der Schwerlast- Traversen ist doch eine ganze Menge an Ausrüstung zu transportieren. Ich hatte hier den Ehrgeiz - mit Ausnahmen der Baggermatten (Bongossis) - alles auf einem Auflieger unterzubringen. Ob dies jetzt - so wie dargestellt - technisch und logistisch Sinn macht, ist für mich hier nebensächlich.

Es werden (ferner) benötigt : Eine Fuhre Sand für die Unterfütterung und das Ausgleichende und Lastverteilende Herstellen eines Planums, acht Stück Kranpontons bzw. Abstützmatten, ausreichend Harthölzer in zwei verschiedenen Längen und natürlich die eigentlichen Traversen. Für die Traversen habe ich hier jeweils ein eigenes, stapelbares Transportgestell angedacht und dargestellt. Die vier Gestelle finden Platz auf der Bodengruppe eines 20- Fuß- Standard- Containers in „flat-Rack“- Bauweise. So brauchen die Traversen nicht unbedingt vom Kranverleiher transportiert werden - jeder Spediteur und Containerkutscher, der über Auflieger mit den entsprechenden Twist- Lock- Verriegelungen verfügt, kann die Teile fahren. Die Ladungssicherung findet hier überwiegend mittels Formschluss statt. Abweichend ist hier die Container- Transportvorrichtung jedoch auf dem schon in einem älteren Projekt gezeigten Semitrailer verladen worden.

04 von 07
--
Wir bauen auf und reissen nieder, so haben wir Arbeit - immer wieder !
Seitenanfang Seitenende
Profil || Private Message || Suche Zitatantwort || Editieren || Löschen || IP
228 — Direktlink
07.09.2022, 10:38 Uhr
thomsen





Die Traversen werden mit den dargestellten Laschen an den vorhandenen Laschenaufnahmen an den Schwenkstützen und an den vorderen Abstützträgern verbolzt. Auf der Oberseite der Traversen sind zur Führung zwei Flachstähle erkennbar. Die Abstützträger des Krans verfügen an dieser Stelle jeweils über kalottenförmig- ballig- ausgerundete Elemente zur Lasteinleitung in die Stütztraversen. Die Schwerlast- Stütztraversen verfügen über keine Hydraulik - die Abstützteller können mittels einer Spindel in der Höhe verstellt werden.









05 von 07
--
Wir bauen auf und reissen nieder, so haben wir Arbeit - immer wieder !
Seitenanfang Seitenende
Profil || Private Message || Suche Zitatantwort || Editieren || Löschen || IP
229 — Direktlink
07.09.2022, 10:40 Uhr
thomsen







Dargestellt ist hier ein modifizierter Split- Tray für den hängenden Ballast eines Demag PC 3800 bzw. eines SL 3800- Krans.







Aufgelegt sind hier 140 t plus 60 t = in Summe 200 t reiner Ballast, gebildet aus Klötzen zu je 10 t Gewicht. Das Eigengewicht der Split- Tray- Traverse plus die Stangen der Aufhängung dazugerechnet, sollten hier als brutto- Last etwa 220 t bis etwa 230 t am Kran hängen.

06 von 07
--
Wir bauen auf und reissen nieder, so haben wir Arbeit - immer wieder !
Seitenanfang Seitenende
Profil || Private Message || Suche Zitatantwort || Editieren || Löschen || IP
230 — Direktlink
07.09.2022, 10:41 Uhr
thomsen









Die Traversen in eingebautem Zustand etwas näher betrachtet. Gut zu erkennen ist die Verbolzung mit den Gegenstücken an den Stützträgern des Unterwagens. Diese Verbolzungen brauchen ja nur die Eigenlast der Schwerlasttraversen bei der Montage aufzunehmen. Die eigentliche Lasteinleitung erfolgt dann über die oben beschriebenen Druckstücke an den Unterseiten der Abstützträger.

Fortsetzung folgt.

Gruß Thomsen
--
Wir bauen auf und reissen nieder, so haben wir Arbeit - immer wieder !
Seitenanfang Seitenende
Profil || Private Message || Suche Zitatantwort || Editieren || Löschen || IP
231 — Direktlink
12.09.2022, 18:00 Uhr
Wilfried E.

Avatar von Wilfried E.

Hallo Thomsen,

wieder eine sehr detaillierte Arbeit mit professioneller Erklärung der einzelnen Arbeitsschritte. SUPER.
--
Gruß aus Pulheim
Wilfried Euskirchen

(Meine hier gezeigten Bilder unterliegen dem Urheberrecht)

--Was Du heute nicht erledigst, musst Du morgen nicht korrigieren--
Seitenanfang Seitenende
Profil || Private Message || Suche Zitatantwort || Editieren || Löschen || IP
Seiten: [ Erste Seite ] ... [ 7 ] [ 8 ] [ 9 ] -10-     [ Sonstiges ]  


Linktips:

Kranliste von Carsten Thevessen

Kran-und Schwerlast-FAQ von Sebastian Suchanek

RAL Farbliste von Burkhardt Berlin


Hansebube.de - Modellbau und Vorbild

powered by ThWboard 3 Beta 2.84
© by Paul Baecher & Felix Gonschorek


Impressum und rechtliche Hinweise
Datenschutzerklärung