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Hansebubeforum » Sonstiges » Krane und Spezialfahrzeuge als CAD 3D- Modelle » Threadansicht

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000 — Direktlink
21.12.2014, 11:17 Uhr
thomsen



In Zeiten des 3D- Drucks - sei es über shapeways oder andere Anbieter, oder mittels eines eigenen Druckers zu Hause - sind hier in letzter Zeit hier ja schon einige Abbildungen von CAD- erstellten 3D- Modellen zu sehen gewesen, insbesondere im M 1:87 Bereich.

Wer sich mit dieser Thematik befasst, unabhängig, ob das Modell auch als greifbares Kunststoff- Replikat entstehen soll, ein eigener Thread mangels Masse aber nicht lohnt, für den - oder die - soll dieser Sammelthread gedacht sein.

Breit gefächert könnten hier Abbildungen von historischen und aktuellen Kranen und Fahrzeugen zu sehen sein, von Spezial- und Sonderkonstruktionen sowie von Fahrzeugen auch abseits des normalen Straßenverkehrs. Ferner Abbildungen von Studien und Entwicklungen, die es über die Zeichenbretter hinaus nicht geschafft haben.

Gruß Thomsen
--
Wir bauen auf und reissen nieder, so haben wir Arbeit - immer wieder !
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001 — Direktlink
21.12.2014, 11:17 Uhr
thomsen



Beginnen will ich mit Transportfahrzeugen, die ihrer Tätigkeit abseits öffentlicher Blicke nachgehen : Coiltransporte in Kaltwalzwerken. Alle Abbildungen habe ich „scratch“ gebaut, soll heissen ohne vorliegende Konstruktionsunterlagen.



Während zum Transport der Coils zwischen verschiedenen Werksbereichen neben der Eisenbahn auch vielachsige Planensattelauflieger und Mafitrailer eingesetzt werden, sind in den Hallenkomplexen der Kaltwalzwerke mehrfach gekuppelte Anhängerschlangen von robusten, zweiachsigen Transportanhängern mit entsprechenden Mulden für die zu transportierenden Coils unterwegs.

Vereinzelt kommen zum Ziehen der Transporte auch normale Ackerschlepper zum Einsatz, einzig die grobstollige Bereifung ist gegen ein etwas glatteres Profil getauscht worden. Meistens werden zum Transport der Coils zwischen den einzelnen Bearbeitungsanlagen und den jeweiligen umgrenzenden Zwischenlagerflächen aber kleine, schwere und kräftige Dieselschlepper eingesetzt, wie sie z.B. von Fa. Volk hergestellt werden.
Diese sind dann laut brummend maximal mit Schrittgeschwindigkeit in den Hallen unterwegs. Großartige Steigungen oder Gefälle müssen nicht überwunden werden, die Hallenböden sind topfeben.



Die Anhänger besitzen zwei Achsen mit je vier großen, profillosen Elastikreifen in einer Achslinie. Eine Bremse ist nicht zu erkennen, die Kupplungsbereiche verfügen nicht über Pressluftanschlüsse. Ggf. besitzen die Anhänger eine Auflaufbremse, da sie aber definitiv mit nicht mehr als 10 Km/h bewegt werden, sind sie wohl ungebremst unterwegs.

Während Coils direkt nach dem Warmwalzen (sog. Rohbund) auf Platten- Mulden- oder Höckerketten in die Bundlager bewegt werden und danach zum Teil auch im Freien gelagert werden, sind die Prismenmulden der Transportanhänger zur Schonung der Bandoberflächen in den weiterverarbeitenden Betrieben mit einer Holzauflage versehen. Diese kann dann noch zusätzlich mit einer austauschbaren Pappe, einer Plane o.ä. belegt sein.





(...)
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Dieser Post wurde am 21.12.2014 um 14:27 Uhr von thomsen editiert.
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21.12.2014, 11:18 Uhr
thomsen



Angesichts der Kompaktheit dieser Transporte, so wie sie vieldutzendfach und unspektakulär jeden Tag durchgeführt werden, vergisst man schnell das Ladungsgewicht, das z.B. bei zwei Anhängern mit zusammen vier Coils etwa 100 t netto betragen kann. Kein Vergleich mit „normalen“ drei- bis vierachsigen Sattelaufliegern für den Transport über öffentliche Straßen, die bei der Beladung deutlich sichtbar in die Knie gehen.





Mit unterseitig angebrachten Spurstangen rollen die Anhängerschlangen spurlaufend wie auf Schienen.



Gruß Thomsen
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Dieser Post wurde am 21.12.2014 um 14:27 Uhr von thomsen editiert.
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003 — Direktlink
25.12.2014, 01:56 Uhr
Pegaso



Very nice.
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004 — Direktlink
26.12.2014, 19:24 Uhr
Reiner

Avatar von Reiner

hat was ....... weiter soooo
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Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten oder wegschmeissen ....
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005 — Direktlink
26.12.2014, 21:41 Uhr
MAN40440



Hallo Thomsen.

Klasse Idee.
Sehr sauber umgesetzt. Klasse.

Das wäre doch ne Idee für ein 3D Modell .
Was sagt Ihr dazu ?

Zugmaschine und Anhänger Einzel und evtl. als Set( Startpackung ).
Coils gäbe es nicht, da es da bei einschlägigen Herstellern bessere Modelle gibt als als Druckmodell.


Markus
--
Grüße aus Köln-LongErich

Markus
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006 — Direktlink
05.01.2016, 20:46 Uhr
thomsen



Nachdem ich mich bereits lange Zeit mit einem großen, roten Kran (AMK 1000) beschäftigt habe, wollte ich zwischendurch etwas Anderes sehen und habe mich für einen kleinen grünen Kran entschieden

Ein „iron fairy garnet“- Kran des englischen Herstellers British Hoist & Crane aus Compton, Berkshire (BHCC) sollte es sein. Die ersten Abbildungen dieses Kranes aus der Kategorie Industrie- / Hofkran hatte ich im Jahrbuch 2010 „Schwertransporte und Autokrane“ gesehen.

In besagtem Jahrbuch ist der Kran auf S. 32 und 33 abgebildet. Ein Exemplar nahm dort zusammen mit diversen anderen kleinen Kranen an einem friedlichem Wettstreit der belgischen Streitkräfte teil. Diese dachten an die Anschaffung einer Anzahl von geeigneten Kranen und hatten aus diesem Grund verschiedene Hersteller mit ihren Produkten zu einem mehrtägigen Leistungsvergleich geladen. Die „eiserne Fee“ konnte dort aber nicht überzeugen.

Die Abbildungen aus dem Jahrbuch und diverse Bilder aus dem weltweiten Netz dienten als Vorbild für diese Durcharbeitung. Insgesamt ist die Recherche für diesen speziellen Typ etwas dürftig ausgefallen, doch selbst da konnte man sehen, dass nicht ein (Vorbild-) Kran dem anderen gleicht. Wer also etwas Erhellendes beitragen kann oder will oder etwas korrigieren kann - immer gerne !

Abgesehen von verschiedenen Tragkraftklassen gab es fast überall im Detail abweichende Ausführungen von z.B. der Kabine und deren Schutzgitter, der Verblechung der Karosse, der Ausbildung des Gegengewichtes, der Kragen an den Teleskopen, der Rollenköpfe, der sichtbaren Hydraulikkomponenten etc. Einige Punkte, die nicht ganz klar erkennbar waren, habe ich deswegen nach eigenem Ermessen ausgebildet bzw. abgewandelt.

http://tractors.wikia.com/wiki/BHCC_Iron_Fairy

https://c3.staticflickr.com/7/6089/6110927622_1b7f6778c6_z.jpg

Allzu riesig ist der Kran nicht, meines Wissens ist die dargestellte Variante die kleinste Version mit der geringsten Hubkraft von max. 4 t. Der Kran kommt gänzlich ohne Abstützungen aus und kann angehobene Lasten wohl auch langsam verfahren. (pick and carry- crane). Für höhere Hubleistungen gab es diesen Typ auch mit Abstützungen an Front und Heck.



Ob der Kran wohl jemals eine Straßenzulassung in Deutschland bekommen würde, müsste wohl kritisch betrachtet werden. Egal. Ob das HB nun für die freie und Hansestadt Bremen oder für „Hansebube“ steht, soll jeder für sich entscheiden ...



Neben „normaler“ Ausführung des Rollenkopfes gibt es bei den Vorbildern - so auch im Jahrbuch - die Variante mit einem Gestell, das augenscheinlich beim Aufwippen des Auslegers mit der Hakenflasche immer senkrecht nach unten pendelt. Hier bin ich nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstanden und umgesetzt habe :

Bei der Recherche hatte ich Vorbildkrane gesehen, die im Bereich des vorderen Teleskopes scheinbar über zwei Hubseile verfügen, bei einigen Exemplaren ist eindeutig eine liegende Seilrolle auf dem Anlenkstück zu erkennen. Die Hakenflasche ist dort viersträngig eingeschert, zwischen Hakenflasche und Rollenkopf augescheinlich ohne jeglichen Schräglauf des Seiles.

Für mein Verständnis verläuft das Hubseil dann von der Winde kommend über den Rollenkopf zur Unterflasche, zurück zum Rollenkopf und von dort über die liegende Seilrolle erneut zum Rollenkopf und über die Hakenflasche zurück zum Festpunkt.

Nachteilig an dieser Einscherung wäre aber, dass - vor allem wenn nur das Gewicht der Hakenflasche am Seil zieht - die Seile nicht so schön straff gespannt wie in den Renderings verlaufen würden, sondern beizeiten auf der Oberseite des Auslegers schleifen würden. Den Punkt sehe ich noch kritisch - wer dazu etwas sagen kann wird gerne gehört !









Als Besonderheit verfügt der Kran im Jahrbuch über zwei gelenkte Achsen (Allradlenkung). Die Kabine für den Bediener scheint hier auch ebenfalls abweichend mittig angeordnet zu sein, sonst ist augenscheinlich zu wenig Platz in den Radhäusern für den erforderlichen Lenkeinschlag, dazu später mehr. Ferner könnte dieses Exemplar auch über Allradantrieb verfügen, die Felgen auf beiden Achsen sind gleich ausgebildet. Exemplare mit vier angetriebenen Rädern waren definitiv erhältlich. Die Vorbilder, an denen ich mich orientiert habe, verfügen über je eine Antriebs- und eine Lenkachse. Die Frontscheibe gibt es in Natura in geteilter und in ungeteilter Version, die Schutzgitter an der Kabine sind dann augenscheinlich von dem jeweiligen Betreiber angepasst bzw. geändert worden.

Von zierlich bis robust gibt es die verschiedensten Varianten der Schutzgitter. ROPS / FOPS genügt wohl keines von diesen, in erster Linie sollen die Gitter eine Beschädigung der Frontscheibe verhindern, sollte die angehängte Last ins Pendeln geraten oder sich schlimmstenfalls vom Haken lösen.

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Dieser Post wurde am 05.01.2016 um 23:05 Uhr von thomsen editiert.
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007 — Direktlink
05.01.2016, 20:47 Uhr
thomsen







Größenvergleich mit einem 20- Fuß- Standard- Seecontainer (TEU)





Der Ausleger bei diesem Typ ist meines Wissens 360 Grad drehbar, dann vermutlich mittels Drehdurchführung auch endlos drehbar. Ob nun im Bereich der Rollendrehverbindung (RDV) ein Drehwerk hängend oder stehend verbaut ist, entzieht sich meiner Kenntnis - ich habe leider keinerlei Abbildungen gefunden, die den Bereich der RDV von oben zeigen. Dargestellt ist hier ein Drehwerk auf der rechten Seite des Krans, das könnte so also nicht ganz korrekt sein.



Die Teleskope im Detail : Zu erkennen ist die oben bereits skizzierte Seilführung. Der Kran verfügt über zwei Teleskope und ein Anlenkstück. Tele 1 kann augenscheinlich kraftbetätigt (Hydraulik oder Zahnstange o.ä.) ausgefahren werden, unter der Abdeckung auf der rechten Seite könnte sich eine entsprechende Mimik verbergen. Mittels einer schwenkbaren Lasche ist Teleskop 1 gegen unbeabsichtigtes Ausfahren am Anlenkstück verriegelt.

Tele 2 verfügt augenscheinlich über Handauszug. Der Kran stammt aus den 60er bis 80er Jahren; dass das innerste Teleskop z.B. mittels Kurbel o.ä. von Hand aus seinem größeren Bruder herausbefördert werden musste, war wohl nicht unbedingt selten. Tele 2 kann / muss dann von Hand in verschiedenen Auszugspositionen verbolzt werden.

Beide Teleskope laufen unten über Rollen, an der Oberseite sind entsprechende Gleitstücke vorhanden. Bei den Vordbilkranen ist der Spalt zwischen Tele 1 und 2 nur minimal, hier habe ich abweichend den Spalt bei beiden Teleskopen gleich ausgebildet. Das pendelnd aufgehängte Gestell verfügt über kleine, drehbare Seilrollen, zwischen denen das Hubseil verläuft. Ein Arbeitsscheinwerfer ist ebenfalls vorhanden.

Die Hakenflasche kann augenscheinlich bis knirsch unter das Gestell aufgezogen werden, dass damit auch ein Endschalter verbunden ist, vermute ich jetzt einfach einmal.



Die Kabine ist nicht ganz mittig angeordnet, ferner sitzt der Bediener in dieser ebenfalls leicht aus der Mittelachse versetzt zwischen den Radhäusern.

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008 — Direktlink
05.01.2016, 20:48 Uhr
thomsen





Die Lasche für Tele 1 ist entriegelt





Eine Warnmarkierung „stopline“ für Tele 2 ist aufgebracht, das spricht für Handauszug.







Auf einigen Vorbildfotos meine ich zweistufige Hydraulikzylinder erkannt zu haben, einstufig sollte aber reichen.

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009 — Direktlink
05.01.2016, 20:49 Uhr
thomsen





Blick in die Kabine : Auf der linken Seite sind griffige Hebel für die Kranbedienung zu erkennen. Sicher ist die Form der Armaturentafel mit dem Lenkrad und die fünf runden Analoganzeigen mit einigen kleinen Kippschaltern darunter. Links sind diverse Leuchten angeordnet, vermutlich auch einige Wippschalter o.ä. - hier habe ich nach eigenem Ermessen eingerichtet und einige Anzeigen von der OW- Kabine des AMK 1000 verwendet. So ganz wird es also wohl nicht mit dem Vorbild übereinstimmen, aber vermutlich ist der Werkszustand auch von den jeweiligen Betreibern bei Bedarf angepasst worden. Ob und in welcher Form eine LMB auf dem Armaturenbrett angeordnet war, entzieht sich meiner Kenntnis.



Der weisse Kasten mit den Lüftungslamellen auf der linken Seite ist vermutlich ein Sicherungskasten o.ä., könnte aber genausogut eine Warmluftheizung sein. Klima war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht an Bord, die Fenster links und rechts in der Tür sind mittig als Schiebefenster geteilt, so konnte immerhin auf Durchzug gestellt werden ...





Ein kleines Kuriosum ist der Einstieg in die Kabine : So weit ich das ersehen konnte, ist als einziger Zugang auf der rechten Seite eine etwa quadratische Tür vorhanden. Um diese zu erreichen, musste man erst einmal die geriffelten Bleche des Unterwagens erklimmen - wo und wie das genau geschah ( Haltegriffe? - abgesehen vom Kabinenschutzgitter - Aufstiegshilfen? Aufstieg von vorn? (Rückspiegel im Weg, über die nicht jedes Vorbildfahrzeug verfügte) Aufstieg von der Seite? ) ist mir unklar. Dann musste man sich irgendwie in die Wanne der Kabine hinabgleiten lassen - nicht ganz einfach, wenn man das Polster nicht mit Resten von schwerer Scholle an der Stiefelsohle beschmutzen möchte. Sinnvoll wäre hier ein Klappsitz wie im Kino, bei dem die Sitzfläche bei Nichtbenutzung nach oben an die Lehne klappt. Der Weg hinaus könnte dann noch einiges schwerer verlaufen - ein paar handfeste Griffe in der Kabine waren hier wohl vonnöten.

Oder liege ich hier völlig daneben, und der Einstieg verlief ganz anders ?!? Jedenfalls ist die „Wanne“ der Kabine über der Vorderachse angeordnet und schränkt - da sie ja aussermittig angeordnet ist - auf der rechten Seite die Tiefe des Radhauses etwas ein. So ist der Schwenkbereich bei Allradlenkung hier zumindest etwas kleiner als wenn die Kabine in der Fahrzeugmittelachse plaziert wäre.





Das Kabinengitter ist auf den Blechen des Unterwagen verschraubt, vorne ist es nur mit einer Hülse gesteckt und ggf. mit einem Splint gesichert. So kann es bei Bedarf für den freien Zugang zur Frontscheibe mit dem Scheibenwischer demontiert werden.

Der vordere Bereich des Gegengewichtes besteht bei einigen Varianten augenscheinlich nur aus einer Blechabdeckung, diese kann ebenfalls nach dem Lösen von Verschraubungen abgenommen werden. Ferner kann der hintere Teil der Motorabdeckung durch einfaches Lösen von Schnellspannern abgehoben werden. Darunter verbirgt sich ein Motor, der in seiner Längsachse schräg zur Fahrzeugmitte gekippt eingebaut ist. U.a. kamen hier LKW- Dieselmotoren vom Fabrikat Ford zum Einbau.

Noch ein unklarer Punkt ist die genaue Position der Winde : Hier ist sie hinter dem Anlenkstück in kräftige Bleche eingebolzt und könnte bei Bedarf nach dem Lösen der hydraulischen und elektrischen Verbindungen herausgehoben werden. Der aufmerksame Betrachter hat es vielleicht bemerkt : Der „Bügel“ über dem Anlenkstück im Bereich der oberen Anlenkungen der Hydraulikzylinder fehlt auf den letzten Darstellungen, als der Ausleger aufgewippt worden ist.

Das Hubseil verläuft auf den ersten Darstellungen unterhalb dieses „Bügels“, bei flachem Mast kein Problem, aber bei zunehmender Steilstellung schleift es irgendwann unter dem Bügel - auch die dargestellte Seilrolle am Bügel würde wohl direkt hinter der Winde eher als eine Art „Seilkiller“ wirken.

Vermutlich ist die Winde direkt hinten am Anlenkstück befestigt - vergleiche z.B. mit der „Moelven“- Baumaschine im Jahrbuch Baumaschinen 2016. Dann würde sie aber beim Aufwippen nach unten herausschwenken - das habe ich aber bei keinem der Vorbilder erkennen können. Eigentlich müsste die Achse der Seilwinde gleich der Achse des Anlenkstücks sein - ob das überhaupt geht und sinnvoll wäre und ggf. so schon irgendwo verwirklicht worden ist, kann ich nicht beurteilen.

Gruß Thomsen
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010 — Direktlink
06.01.2016, 14:15 Uhr
Konsti K.

Avatar von Konsti K.

Hallo Thomsen,

einen sehr interessanten englischen Exoten hast du dir da konstruiert.

Der Einstieg ist schon sehr seltsam. Könnte es sein, dass sich beim Original Kran unter der mittig am Unterwagen angebrachten Blechabdeckung eine Aufstiegsleiter versteckt. Dann wäre zumindest das Erklimmen des Unterwagens recht einfach. Der Einstieg durch das „Fensterchen“ in die Unterwagenkabine ist ja schon beschwerlich genug

Gruß
Konsti
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011 — Direktlink
07.01.2016, 18:12 Uhr
thomsen



Hallo Konsti,

ja, ich denke auch, dass es sooo viele Exemplare von diesem Typ nicht gegeben hat, dann kann man das Teil auch durchaus als Exot bezeichnen. Im Bereich M 1:50 hast Du ja wie bereits schon einmal dort geschrieben ein Händchen für Fahrzeuge abseits der Reihe. Doch zurück zum Kran :

Die mittleren Verblechungen an den Seiten sind mit je vier Sechskantmuttern sichtbar verschraubt - ich denke mal, dass sich dahinter die Diesel- und Hydrauliktanks befinden, jeweils am Fahrzeugrahmen befestigt. Oben sind augenscheinlich kleine Klappen als Zugang für die Tankstutzen.

Ich denke aber, es spräche nichts dagegen, diese Bleche mit entsprechenden Trittöffnungen als Aufstiegshilfe auszustatten (sofern die dahinterliegenden Bauteile genügend Abstand zu den Blechen haben). Oben auf den geriffelten Blechen noch je zwei Haltebügel und fertig.

Gruß Thomsen
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012 — Direktlink
07.01.2016, 19:34 Uhr
baroni

Avatar von baroni

Hallo Thomsen,
wiedereinmal eine coole Arbeit von Dir!

Zum Einstieg:
Wenn ich mir die Radnaben an der Vorderachse anschaue, fällt mir spontan der alter Unimog beim deutschen Militär ein. Dort diente diese auch als Trittstufe zum erklimmen des Führerhauses. Ein Haltegriff könnte dann den Einsteig noch etwas dienlich sein. Nur über die Stelle, wo dieser anzubringen wäre, bin ich mir noch nicht schlüssig. Dazu müßte man den Fahrer-Kerl mal aufrecht neben den Kran stellen und schauen, wie weit er mit seinen Armen reichen kann.

Was mir aber fehlt, sind Luftausströmer auf der Armaturentafel unterhalb der Windschutzscheibe. Kann mir nur schwerlich vorstellen, daß die regengeplagten Engländer diese nicht vorgesehen haben. Wenn der Bediener klatsch Naß in das Kabinchen krabbelt, laufen doch sofort alle Scheiben an.

Gruß,
Thorsten
(baroni)
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Aktueller denn je:
Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur erwachen! ©@Johann Wolfgang von Goethe
... aber wenigstens keine Augenringe haben.
©@Christine Prayon
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013 — Direktlink
08.01.2016, 18:19 Uhr
thomsen



Hallo baroni,

ja, könnte durchaus so sein mit den Felgen ! Ich habe gerade Herrn Gugel befragt – es gibt / gab Felgen mit Trittringen als Aufstiegshilfe – man lernt nie aus ! So etwas ähnliches hatte ich mir beim Anblick des verlinkten SW- Bildes schon gedacht, hatte aber nicht geglaubt, dass so etwas in der Praxis funktioniert bzw. erlaubt ist, da man vor allem mit nassen / schmutzigen Schuhen leicht von der Felge abrutschen könnte - egal ob der Trittring jetzt eine gewisse Rutschfestigkeit besitzt oder nicht. Da ist eine gerade Sprosse schon sicherer. Alternativ sind vielleicht auch die doch recht massiven Bleche um die Leuchten an der Fahrzeugfront als Aufstiegshilfe benutzt worden.

Gruß Thomsen
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014 — Direktlink
08.01.2016, 18:45 Uhr
Woody

Avatar von Woody


Zitat:
thomsen postete
Hallo baroni,

ja, könnte durchaus so sein mit den Felgen ! Ich habe gerade Herrn Gugel befragt – es gibt / gab Felgen mit Trittringen als Aufstiegshilfe – man lernt nie aus !

...

Gruß Thomsen

da fällt mir das Allwetter-LKW'chen aus DDR-Zeiten ein: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0c/IFA_W50_LA-A_mit_2-achs_Anhänger_HL_50.02.JPG

Da gab es so etwas regelmäßig/alltäglich.

Grüße
Woody
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015 — Direktlink
08.01.2016, 22:46 Uhr
baroni

Avatar von baroni

Apropos verlinktes SW-Bild...
Dort findest Du auch am Frontscheiben-Schutzbügel, unterhalb des Außenspiegels den von mir vermissten Haltegriff, der als Auf- und Einstiegshilfe dienen dürfte.
Der Blechstreifen um die vorderen Lampen wäre mir persönlich zu schmal / nicht tief genug, als das ich ihn als Trittstufen-Ersatz nutzen wollte. Dort müßte man sich ja katzengleich, nur mit den Zehenspitzen festkrallen, um dieses Einfassungen als Trittstufen nutzen zu können.

Gruß,
Thorsten
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016 — Direktlink
07.02.2016, 12:56 Uhr
thomsen



Das Modell des Krans wurde ein wenig überarbeitet : Lüftungsdüsen gegen beschlagene Scheiben wurden auf dem Armaturenträger angeordnet, den Kabelstrang in der linken Ecke ersetzt jetzt ein Medienkanal, der unter das Instrumentenbrett führt.

Ein stabiler Haltegriff für den Aufstieg auf den Unterwagen wurde auf beiden Seiten ergänzt, die Felgen der Vorderachsen erhielten einen Trittring als Aufstiegshilfe. Der Polygonzug aus Auftritten in Woody' s Link erschien mir dann doch ein wenig zu rustikal, da habe ich mich für einen griffigen Ring entschieden, bei dem zudem nicht beachtet werden muss, dass eine Trittstufe auch ungefähr waagerecht steht.

Dargestellt ist hier ein möglicher Einsatz des Kranes : Rohrleitungsbauarbeiten in einem Industriebetrieb.











Gruß Thomsen
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017 — Direktlink
13.02.2016, 23:07 Uhr
Menzitowoc

Avatar von Menzitowoc

Hallo Thomson,

1. Ich bin wieder sehr begeistert von Deiner Darstellungskunst und dem Detailreichtum. Danke, dass Du Dir diese Mühe mit einem sehr seltenen Kran gemacht hast.

2. Tolle Industrieimpressionen in den Bildern in Deinem Posting Nr. 16!

3. Eine technische Frage zur Seilführung am IronFairy - Posting Nr. 8 und Diskussion in Posting Nr. 6:
Was soll diese Einscherung bewirken? Bei den Franna Pick&Carry Knicklenkerkranen in Australien gibt es ebenfalls eine etwas komplizierte Einscherung, die jedoch den Abstand Rollenkopf - Unterflasche auch beim Teleskopieren konstant halten soll, ohne das die Winde mitlaufen muss.

Gruß Christoph
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Mal was ganz Anderes: Marion Walking Dragline aus Constructor (Holzbaukasten)

Dieser Post wurde am 13.02.2016 um 23:08 Uhr von Menzitowoc editiert.
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018 — Direktlink
15.02.2016, 22:21 Uhr
thomsen



Hallo Christoph,

gute Frage - das weiß ich leider auch nicht. Zudem bin ich mir - wie oben beschrieben - nicht einmal sicher, ob ich den Seilverlauf so wie dargestellt richtig verstanden habe.

Als weitere Krane mit liegenden Seilrollen fallen mir spontan nur der Liebherr LTM 1300 mit der verkürzten Auslegerspitze ein, bei dem dann allerdings zwei liegende Seilrollen das mittig ankommende Hubseil bei Bedarf auf die Aussenseite des Rollenkopfes umlenken, so dass die Hakenflasche nicht amerikanisch eingeschert werden musste.

Ferner der Miag MSK 5, bei dem auf einer Aufnahme ebenfalls eine liegende Rolle auf der Spitze des Auslegerrückens zu erkennen ist - genaue Funktion unbekannt.

Ich sehe keinen Vorteil bei dieser Einscherung des Iron Fairy Garnet- Krans, wie schon beschrieben eher Nachteile bei flach stehendem, ausgefahrenen Ausleger.

Gruß Thomsen
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019 — Direktlink
15.02.2016, 22:33 Uhr
Victor

Avatar von Victor


Zitat:
thomsen postete
Als weitere Krane mit liegenden Seilrollen fallen mir spontan nur der Liebherr LTM 1300 mit der verkürzten Auslegerspitze ein, bei dem dann allerdings zwei liegende Seilrollen das mittig ankommende Hubseil bei Bedarf auf die Aussenseite des Rollenkopfes umlenken, so dass die Hakenflasche nicht amerikanisch eingeschert werden musste.

Klingt interessant, gibt es da Bilder von?
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020 — Direktlink
15.02.2016, 22:45 Uhr
Sebastian Suchanek
Admin
Avatar von Sebastian Suchanek


Zitat:
Victor postete

Zitat:
thomsen postete
Als weitere Krane mit liegenden Seilrollen fallen mir spontan nur der Liebherr LTM 1300 mit der verkürzten Auslegerspitze ein, bei dem dann allerdings zwei liegende Seilrollen das mittig ankommende Hubseil bei Bedarf auf die Aussenseite des Rollenkopfes umlenken, so dass die Hakenflasche nicht amerikanisch eingeschert werden musste.

Klingt interessant, gibt es da Bilder von?

Ich vermute, Thomsen meint eigentlich den Liebherr LT 1300 (ohne "M"): https://www.hansebubeforum.de/showtopic.php?threadid=13769.

Edit: Einen Demag AC435 werfe ich noch in die Runde...


Tschüs,

Sebastian
--
Baumaschinen-Modelle.net - Schwerlast-Rhein-Main.de
...von Laien regiert.

Dieser Post wurde am 15.02.2016 um 22:51 Uhr von Sebastian Suchanek editiert.
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021 — Direktlink
16.02.2016, 11:28 Uhr
Menzitowoc

Avatar von Menzitowoc

Hallo,

wenn es nur um die "liegende" Rolle geht, soll die wohl einfach nur dafür sorgen, dass das Seil nur über die vorderen Bereich der Hauptrollen läuft und diese nicht voll umschlingt. Damit wandeln sich die Seilstränge zu einer flachen Seilharfe, die beim steilstehenden Ausleger etwas mehr Abstand zum Ausleger gewährleisten.

Allerdings reicht es für diese Funktion aus, die liegende Rolle am Auslegerkopf oder am letzten Teleskopkasten anzuordnen.

Es könnte natürlich sein, dass beim IronFairy Garnet dort kein Platz war und man die Rolle einfach an die nächstmögliche Stelle gezimmert hat. Die dadurch entstehende Verkoppelungen der Freiheitsgrade "Flasche Heben" und "Teleskopieren" muss der Fahrer einfach manuell durch die Windensteuerung ausgleichen.

Die Engländer hatten in dieser Zeit so einige skurrile Konstruktionsdetails in ihren Maschinen verbaut, wo man schon immer etwas den Kopf geschüttelt hat.

Gruß Christoph
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Mal was ganz Anderes: Marion Walking Dragline aus Constructor (Holzbaukasten)
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01.04.2016, 17:54 Uhr
thomsen



Zwischendurch einmal etwas ganz anderes : Da ja auch Entsorgungs- und Kommunalfahrzeuge hier im Forum ihren festen Platz haben, stelle ich an dieser Stelle die Dreirad- Kehrmaschine AK3 H aus dem Hause Faun vor :





Ein erstes Bild dieser Maschine hatte ich in einem Faun- Prospekt aus dem Jahr 1995 zur 150- jährigen Geschichte des Hauses Faun gesehen. Dieser Prospekt bildet auch eine Quelle für hier aufgeführte Informationen. In diesem Prospekt ist neben der Dreiradkehrmaschine auch der größere Typ AK4 abgebildet. Diese Großraumkehrmaschine ist dort wegen ihrer eigenwilligen Gestaltung als Insekt bezeichnet - wahrlich nicht ganz unpassend. Aber auch der Anblick der kleineren Schwester wirkte auf mich alles andere als gewöhnlich - Grund genug, einmal genauer hinzuschauen.

http://www.specialtrucks.ch/001_olafs-nfz-seite/008_nfz-kleinkehrmaschinen/008-06_faun/ak3h/faun_ak3h.html

http://www.specialtrucks.ch/001_olafs-nfz-seite/008_nfz-kleinkehrmaschinen/008-06_faun/ak3h/prospect_ak3h_en.pdf


Die Quellenlage bei der Recherche war als durchaus zufriedenstellend zu bezeichnen, aber wie es immer so ist : Auch hier gibt bzw. gab es Abweichungen im Detail, auch bei Angaben von Gewichten und Tankinhalten etc. So gab es u.a. auch Abbildungen, bei denen vordere Kotflügel die Kehrtechnik an den Seiten fast völlig verdecken, ob es die Maschine so zu erwerben gab, oder ob die Kotflügel zum Zeitpunkt der Aufnahmen schlicht demontiert waren sei dahingestellt. Die Bügel neben dem Kehrrichtbehälter sind aber auch bei der „nackten“ Version vorhanden. Gezeigt wird hier die gestrippte Variante. Was auf den Aufnahmen nicht klar zu erkennen war, habe ich erneut nach bestem Wissen und Gewissen gebaut. Nun bin ich wahrlich kein Faun- und auch kein Kehrmaschinenexperte, wer also etwas ergänzen und / oder korrigieren bzw. kommentieren kann und will, der / die soll dies hier gerne tun.

Historie : In den 1920er Jahren wurde bei Faun eine erste Kehrmaschine entwickelt. Diese wurde von einem DKW- Benzinmotor angetrieben und verfügte über eine Kehrbreite von 75 cm, die Bezeichnung lautete folgerichtig K.M. 75

Auch dieser Saubermann bekam eine größere Schwester an die Seite gestellt : Im Jahre 1929 wurde die K.M. 200 vorgestellt. Mit 2 Meter Kehrbreite, einem Kehrichtkasten mit zwei Kubikmeter Fassungsvermögen und einem 800 l- Wassertank zur Berieselung ging sie ihrer Arbeit nach. Mit dem hoch oben auf der Maschine unter freiem Himmel sitzenden Fahrer, dem Faltverdeck und der Aufstiegsleiter am Heck sah das wuchtige Gerät ein wenig aus wie ein Boot auf Rädern.

Beide Maschinen - wie auch die hier gezeigte AK 3 H - sind oder waren sog. „Besenband- Kehrmaschinen“. Der Kehricht wurde nicht wie heutzutage über ein Unterdruckgebläse von der Straße gesaugt, sondern im Prinzip wie daheim mit Kehrblech und Handfeger mittels Besenbändern auf ein Aufkehrblech gefegt und weiter nach oben schleifend in den Kehrichtkasten befördert. Vergleichbar in etwa mit einem Eimerkettenbagger, nur dass sich statt Baggerschaufeln besagte Besenbänder endlos im Kreis bewegten.

Hier ein Link zu einer Schnittzeichnung eines frühen Kehrmaschinenmodells, (nicht vom Text irritieren lassen) wo das Funktionsprinzip der umlaufenden Besenbänder gut zu sehen ist :

http://www.bochumer-bunker.de/Strassenreinigung_003.jpg

und hier der ganze Artikel :

http://www.bochumer-bunker.de/strassenreinigung.html

Etwa Mitte der 30 er Jahre entwickelte Faun eine Dreirad- Kehrmaschine, vermutlich den Typ LV 8. Diese war bevorzugt für schmale Straßen gedacht und verfügte über ein Vierganggetriebe und über eine unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit pendelnd aufgehängte Kehrwalze. In den 50er Jahren dann wurde die AK 3 entwickelt. Später waren nach dem Stand der Technik der Kehrantrieb sowie die Entleerung des Kehrichtbehälters hydraulisch angetrieben, vermutlich heißt das Modell seitdem AK3 H.

In den 60er Jahren erhielt die Dreiradkehrmaschine SV8 H einen eckigen Aufbau, der Fahrantrieb erfolgte hydraulisch und der Kehrrichtbehälter wurde auf 500 l Fassungsvermögen vergrößert. Die gesamte Karosserie der größeren, bis dato als Type AK3 H bezeichnet, wurde jetzt komplett aus glasfaserverstärktem Polyester gefertigt. Die Kehrmaschine wurde seitdem als Type AK320 HB verkauft. Ein nunmehr 80 PS leistender Daimler- Benz- Dieselmotor trieb die Funktionen der Maschine an, der Kehrrichtbehälter bot bei diesem Modell 2 Kubikmeter Fassungsvermögen. Auch die 130 PS starke Vierrad- Kehrmaschine AK4 H wurde im Rahmen der Modellpflege in AK 470 HB umbenannt. Die große Schwester bot mit 6 bis 7 Kubikmetern Fassungsvermögen einen deutlich größeren Sammelbehälter für das Kehrgut, die Aufnahme des Kehrgutes erfolgte aber weiterhin mit Tellerbesen, Aufkehrblech und Besenband.



Die Kehrmaschine AK3 H von vorne - hier passt sogar das Nummernschild ! Auffällig : Der mittig angeordnete Kehrrichtbehälter. Ob die Maschine nun ansehnlich ist, oder doch eher ein hässliches Entlein darstellt, liegt im Auge des Betrachters - eine kuriose Kalesche war es allemal.





Spurweite vorne : 1.63 m, Kehrbreite : etwa 2.20 m, max. Breite über Aussenkanten Tellerbesen : etwa 2.30 m. Zur Staubreduzierung war ein Wassertank mit über 500 l Inhalt unter dem runden Heck installiert. Über Düsenleisten (eine Düsenleiste ?) konnte der Bereich unmittelbar vor der Kehrmaschine befeuchtet werden. Hier ebenfalls gut zu erkennen : Eine mittig aufgehängte Gummimatte, bis gegen die das Kehrgut von den Tellerbesen gefegt werden konnte und so quasi als Schwad abgelegt wurde, bevor es von den umlaufenden Besen auf das Aufkehrblech gefegt wurde - fast wie bei der Heuernte.

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01.04.2016, 17:55 Uhr
thomsen





Radstand etwa 2.70 m, Gesamthöhe etwa 2.80 m. Gesamtlänge : etwa 5.33 m. Überhang vorne : etwa 1.92 m, Überhang hinten : etwa 70 cm. Neben dem Kehrrichtbehälter zu erkennen : Ein Längsprofil des Fahrzeugrahmens, an dem auch der Tellerbesen mitsamt seiner Aufhängung befestigt war. Antrieb der Tellerbesen mit Hydraulikmotoren, diese waren mit Borsten aus Stahldrähten bestückt.



Dem Zeitgeschmack folgend, ist das Heck stark ausgerundet - man denke z.B. auch an den Atlas- Bagger Typ 1200, der ja auch als „Maikäfer“ bekannt geworden ist. Unter dem Heck arbeitete ein 70 PS starker Diesel aus dem Hause Ford. (auch Kämper- Diesel ?)



Über ein Getriebe mit vier Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang wurden nur die Räder auf der Vorderachse angetrieben, das hintere Spornrad diente ausschließlich der Lenkung. Ein max. Lenkeinschlag von 48 Grad war möglich.



Der Lenkeinschlag (hier bei weitem noch keine 48 Grad) machte die AK3 H zu einer wendigen Maschine. Natürlich steigt bei Dreiradkonstruktionen auch die Gefahr des Kippens, aber bei Kehrgeschwindigkeiten von 3 bis 14 Km/h und einer geradezu berauschenden Höchstgeschwindigkeit von 30 Km/h war wohl noch alles im grünen Bereich. Nebenbei : stark abfallende Motorhauben, wie sie ja in heutiger Zeit u.a. bei einigen Dumpern und Traktoren üblich sind, sind keinesfalls eine Erfindung der Neuzeit.

https://www.wien.gv.at/gallery2/m53/run.php?g2_itemId=22366

So sieht es unter dem Blechkleid aus, der Aufkehrmechanismus scheint hier aber etwas abzuweichen.



Sinnvollerweise sind die beiden Tellerbesen in der Fahrzeug- Längsachse etwas geneigt befestigt, damit das Kehrgut nicht nur im Kreis gefegt wird. Zur eigentlichen Aufkehrschaufel liegen mir keine Informationen vor, aber vermutlich ist dieses Blech als unterer Teil des Aufkehrbleches über eine Drehachse quasi schwimmend gelagert, so dass es bei Unebenheiten in der Straße nach oben ausweichen kann, ohne dass Stöße in die restliche Konstruktion weitergeleitet werden. Dabei wird es durch den Widerstand an den Besenbändern nach oben abgefedert. Die Besenbänder waren mit Naturborsten aus Piassava bestückt. Ggf. ist an der Kante der Aufkehrschaufel auch eine flexible Gummileiste als Verschleissteil angeordnet, dieses auch zur Lärmreduzierung, wenn die Schaufel einmal auf dem Straßenbelag aufsetzt.

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01.04.2016, 17:56 Uhr
thomsen





Neben den Fahrscheinwerfern sind auch Arbeitsscheinwerfer für die Ausleuchtung der Bereiche um die Tellerbesen vorhanden. Auffällig : Die seinerzeit nicht gerade sonderlich groß geratenen Rückspiegel und Scheibenwischer. Wo das Faun- Logo auf der Klappe des Kehrichtbehälters angeordnet ist, ist augenscheinlich eine kleine Revisionsöffnung vorhanden, um einen prüfenden Blick in den Behälter werfen zu können.



Der kleinste kehrbare Rinnstein- Radius lag bei 1.50 m



Die unteren Fenster auf beiden Seiten der Fahrkabine ermöglichen eine gute Sicht auf den Rinnstein und den Tellerbesen.





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Dieser Post wurde am 01.04.2016 um 18:17 Uhr von thomsen editiert.
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